25 March 2026, 10:13

Solingen: Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag kämpfen Opfer noch um Gerechtigkeit

Schwarz-weiß-Radierung von Menschen, die sich um ein Feuer versammeln, mit einer Wand im Hintergrund, betitelt "Der Tod des Königs von England", zeigt betroffene Personen, einige liegen am Boden und andere stehen.

Solingen: Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag kämpfen Opfer noch um Gerechtigkeit

Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag in Solingen warten die Opfer und Angehörigen der Getöteten weiterhin auf Entschädigungen. Das Feuer, gelegt von Daniel S., forderte vier Menschenleben und hinterließ Überlebende mit lebensverändernden Verletzungen. Eine Gedenkveranstaltung wird bald an den Jahrestag erinnern, doch die juristischen Auseinandersetzungen um finanzielle Unterstützung dauern an.

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In der Nacht des Anschlags zündete Daniel S. vorsätzlich ein Wohnhaus in der Grünewalder Straße an. Bei dem Brand kam eine junge Familie ums Leben, während ein Paar mit seinem kleinen Kind durch den Sprung aus einem Fenster im dritten Stock überlebte. Alle drei erlitten schwere Verletzungen.

Der Täter wurde später zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Die Ermittler gingen davon aus, dass sein Motiv der Wunsch war, sich selbst aufzuwerten, indem er andere erniedrigte. Allerdings fanden sich keine Beweise für rassistische, antisemitische oder staatsfeindliche Hintergründe – die einzigen anerkannten Gründe für Entschädigungen nach dem deutschen Opferentschädigungsgesetz.

Die Überlebenden und Angehörigen, unterstützt von der Opferberatung Rheinland, kämpfen weiterhin um finanzielle Leistungen. Die Eltern der getöteten Familie müssen nun nachweisen, dass sie einen Schockschaden (psychisches Trauma) erlitten haben, um Anspruch zu haben. Einige Opferanwälte und Angehörige argumentieren, dass Fremdenfeindlichkeit eine Rolle spielte, doch die Behörden erkennen dies nicht als relevanten Faktor an.

Seit 2020 gab es in Deutschland keinen weiteren tödlichen Brandanschlag, bei dem rassistische oder fremdenfeindliche Motive ausgeschlossen wurden.

Etwa 100 Menschen werden zur anstehenden Gedenkveranstaltung in Solingen erwartet. Unterdessen bleibt das Entschädigungsverfahren ungelöst. Ohne den Nachweis eines anerkannten Tatmotivs bleibt für die Opfer der Weg zu finanzieller Unterstützung ungewiss.

Quelle