Kulturminister Weimer in der Kritik: Warum Merz trotzdem zu ihm steht
Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien in Deutschland, sieht sich wachsender Kritik wegen mehrerer jüngster Entscheidungen ausgesetzt. Zu den umstrittenen Maßnahmen zählen der Ausschluss linksgerichteter Buchhandlungen von einem bedeutenden Preis, die Absage einer Preisverleihung sowie Forderungen, sich von einer Gedenkveranstaltung zum Holocaust zurückzuziehen. Trotz der Vorwürfe hat Bundeskanzler Friedrich Merz dem Minister öffentlich seine Unterstützung bestätigt.
Die jüngste Welle der Kritik begann, als Weimer eine Überprüfung von drei Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz anordnete, bevor er sie vom Deutschen Buchhandlungspreis ausschloss. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte diesen Schritt scharf und argumentierte, Buchhandlungen dürften keiner solchen Prüfung unterzogen werden. Zudem sagte Weimer die Preisverleihung ab, was die Spannungen weiter verschärfte.
Unabhängig davon forderten die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), dass sich Weimer als Redner von der Gedenkfeier zur Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald zurückzieht. Diese Forderung folgte Berichten über seine Beteiligung an weiteren umstrittenen Entscheidungen, darunter die geplante Unterbrechung der Bauarbeiten an der Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig.
Medienberichten zufolge hatte Weimer zudem versucht, Tricia Tuttle, die Direktorin der Berlinale, abzulösen. Dieser Schritt löste scharfe Reaktionen aus der Kulturszene aus, doch die Bundesregierung gab dazu keine offizielle Stellungnahme ab.
Im Bundestag erklärte Merz am 25. März 2026, ein Kulturminister stehe naturgemäß im Fokus von Kontroversen. Er betonte, Weimer genieße nach wie vor sein volles Vertrauen, trotz der anhaltenden Auseinandersetzungen. Der Kanzler verwies zudem darauf, dass viele der kulturellen Initiativen des Ministers weiterhin auf breite öffentliche Unterstützung stoßen.
Trotz des wachsenden Widerstands aus Kulturorganisationen und der Öffentlichkeit bleibt Weimer mit Rückendeckung des Kanzlers im Amt. Die Kontroversen spiegeln die anhaltenden Debatten über politischen Einfluss in den deutschen Kunst- und Medienbereichen wider. Bisher gab es keine weiteren Regierungsäußerungen zu den konkreten Vorwürfen oder deren Folgen.






