27 March 2026, 18:16

Schweizer Familie stoppt kommerzielle Ausbeutung ihres viralen Bagger-Memes

Schwarze und weiße Werbung für Friedrich Steinfels in Zürich, zeigt Bilder von Gebäuden, Menschen und Text.

Schweizer Familie stoppt kommerzielle Ausbeutung ihres viralen Bagger-Memes

Eine Schweizer Familie wehrt sich gegen die kommerzielle Nutzung eines viralen Memes mit ihrem Sohn

Ein Videoausschnitt aus einer Dokumentation, der einen Jungen namens Richi beim Sturz von einem Bagger zeigt, während sein Vater auf Schweizerdeutsch ruft, entwickelte sich über die Jahre zu einem kulturellen Phänomen – mit Merchandise-Artikeln, einem Hit-Song und sogar einer Eishockey-Hymne, alles ohne Zustimmung der Familie. Nun setzt sich die Familie Schömbächler zur Wehr und erreicht, dass Produkte zurückgenommen und der Song ohne ihre Stimmen neu aufgenommen wird.

Der Ursprung des Memes liegt im Jahr 2010, in einer Folge der SRF-Dokumentationsreihe Auf und davon. Damals filmte das Team, wie Richi Schömbächler in Kanada von einem Bagger fällt, während sein Vater Hermann ruft: "Jaa Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe!" Der Clip verbreitete sich rasant im Netz, erreichte über eine Million Aufrufe auf YouTube und wurde zu einem festen Bestandteil der Schweizer Internetkultur.

Bis 2022 hatte sich das Meme längst über die sozialen Medien hinaus entwickelt. Die Schweizer Band Stubete Gäng veröffentlichte den Song "Richi", der auf dem Bagger-Vorfall basiert und Hermanns Ruf samplet. Der Track wurde auf Spotify über acht Millionen Mal gestreamt und avancierte 2024 sogar zur offiziellen Torhymne der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Zudem kamen Merchandise-Artikel wie Socken, Aufbügel-Patches und ein Kinderbuch auf den Markt, vertrieben unter anderem von der Firma Swissmeme.

Erst 2025 brach die Familie Schömbächler, die jahrelang Medienaufmerksamkeit mied, um die Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen, ihr Schweigen. Sie argumentierte, dass ihr Bild und ihre Stimmen jahrelang ohne Erlaubnis genutzt worden seien. Als Reaktion zogen Händler wie Galaxus und Brack "Richi"-Produkte aus dem Sortiment. Der Schweizer Eishockeyverband verzichtete auf die Nutzung des Songs bei Spielen, und Stubete Gäng kündigte an, den Track ohne Hermanns Stimme neu aufzunehmen.

Der ursprüngliche Sender SRF bestätigte zwar, dass er teilweise die Rechte am Filmmaterial besitze, betonte jedoch, dass die Familie die Persönlichkeitsrechte an ihren Bildern und Stimmen behalte. Swissmeme wiederum gab an, mit SRF über die rechtliche Nutzung des Clips im Gespräch zu sein, verkaufte aber weiterhin einige Merchandise-Artikel und bot der Familie einen Anteil an künftigen Einnahmen an.

Durch das Eingreifen der Familie hat sich die Nutzung des Memes bereits konkret verändert: Produkte wurden zurückgerufen, der Song wird überarbeitet, und der Eishockeyverband hat ihn als Hymne gestrichen. Während die Gespräche zwischen SRF und kommerziellen Nutzern weiterlaufen, wirft der Fall grundsätzliche Fragen auf: Wo liegen die rechtlichen Grenzen, wenn private Momente zur öffentlichen Unterhaltung werden?

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