26 March 2026, 08:16

Sachsens Apothekensterben gefährdet die medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum

Ein Apotheken-Schild mit der Aufschrift "The Generics Pharmacy" vor einem Gebäude mit umliegenden stadtischen Elementen und einem klaren Himmel.

Sachsens Apothekensterben gefährdet die medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum

Apotheken in Sachsen verschwinden in alarmierendem Tempo – die Versorgung steht auf dem Spiel

Allein im vergangenen Jahr schlossen in Sachsen 13 Apotheken ihre Türen – ein Trend, der sich seit Jahren fortsetzt und zunehmend Sorgen um die medizinische Grundversorgung aufwirft. Experten warnen, dass ländliche Regionen bald mit gravierenden Engpässen konfrontiert sein könnten, sollte sich die Entwicklung nicht umkehren.

Zwischen 2016 und 2020 verlor Sachsen 36 Apotheken. Doch das Tempo der Schließungen beschleunigte sich dramatisch: Von 2021 bis 2025 stellten weitere 85 den Betrieb ein. Zwar hat sich der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr leicht verlangsamt, doch der Gesamttrend bleibt besorgniserregend.

Göran Donner, Präsident des Sächsischen Apothekerverbandes, macht vor allem wirtschaftliche Zwänge für die meisten Schließungen verantwortlich. Viele Apotheken kämpfen um ihre Rentabilität – fast 30 Prozent stehen finanziell auf der Kippe, 8 Prozent schreiben sogar Verluste. Hinzu kommt ein eklatanter Fachkräftemangel, der die Lage zusätzlich verschärft.

Donner kritisiert die Bundesregierung scharf, weil sie notwendige Anpassungen der Vergütungssätze verzögere. Diese würden die finanzielle Belastung lindern, so der Verbandschef. Ohne bessere Förderung könnten Apotheken die neuen Anforderungen des Apothekenreformgesetzes jedoch nicht erfüllen. Das Gesetz weitet ihre Aufgaben in Prävention, Impfungen und Früherkennung aus – doch nur wirtschaftlich stabile Betriebe seien in der Lage, diese Leistungen zu übernehmen.

Bis 2026 wird die Zahl der öffentlichen Apotheken in Sachsen voraussichtlich erstmals unter 900 fallen. Besonders betroffen sind ländliche Gemeinden: Weniger verbleibende Standorte bedeuten längere Anfahrtswege für dringend benötigte Medikamente und Behandlungen.

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Der anhaltende Schwund an Apotheken gefährdet mittlerweile die flächendeckende Arzneimittelversorgung in Teilen des Freistaats. Solange wirtschaftliche Belastungen und Personalengpässe ungelöst bleiben, drohen weitere Schließungen. Die Reformen der Regierung könnten Abhilfe schaffen – doch nur, wenn die nötigen Mittel und die Unterstützung rechtzeitig kommen.

Quelle