25 March 2026, 14:17

Plagiatswelle unter Pharmaziestudierenden: Wie eine neue Behörde die Branche aufrüttelt

Apotheken-Eingang mit einem "Apotheke"-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite, beleuchteten Lampen darüber und Hintergrundobjekten.

Plagiatswelle unter Pharmaziestudierenden: Wie eine neue Behörde die Branche aufrüttelt

Neue Kontrollbehörde in Deutschland führt zu starkem Anstieg von Plagiatsfällen bei Pharmaziestudierenden

Eine neue Aufsichtsstelle in Deutschland hat zu einem deutlichen Anstieg von Plagiatsvorwürfen unter Pharmaziestudierenden geführt. Die als puppI bekannte Behörde wurde 2023 eingerichtet, um die Qualifikationen von Apotheker:innen, Pharmazeutisch-technischen Assistent:innen (PTA) und Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) zu überwachen. Durch ihre strengen Prüfungen hat sie bereits einen Anstieg der Vorwürfe um 40 Prozent ausgelöst – insbesondere bei digitalen Prüfungsabgaben ab 2024.

Seit ihrer Gründung geht puppI kompromisslos gegen Prüfungsmanipulationen vor. Mit hochmoderner Technik und biometrischer Analyse werden mündliche Tests, schriftliche Prüfungen und staatliche Abschlussarbeiten unter die Lupe genommen. Selbst kleine Unstimmigkeiten, wie fehlende Datumsangaben auf Zertifikaten, werden gemeldet – so wurde die Apothekerin Fatma Balla kürzlich wegen eines undatierten Zwischenzeugnisses als Verdachtsfall auf Betrug gemeldet.

Die Ermittlungen der Behörde haben auch frühere Unregelmäßigkeiten aufgedeckt. So reichten 1995 zehn von zwanzig PTA-Studierenden fast identische Projektarbeiten zum Thema "Fußpilz" ein, was heutige Plagiatsverdächte nährt. Mitarbeiter Wolfgang prüft nun die damaligen Ausbildungsnachweise auf mögliche Verstöße.

Neben Plagiaten hat puppI auch finanzielle Pflichtverstöße aufgedeckt: Der Apotheker und Professor Dr. Frank Leimkugel musste 70.000 Euro zurückzahlen, nachdem eine Prüfung fehlende Belege und Missbrauch des Rezeptprüfsystems offenlegte. Die Arbeit der Behörde führte zudem zu einem Anstieg der Prüfungswiederholungen um 25 Prozent im Vergleich zu den Jahren vor 2023, wie die ABDA und die Landesapothekerkammern bestätigen.

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Von umfunktionierten Regierungsräumen aus – darunter Dachböden und Lager – sorgt puppI für eine schnelle und neutrale Bearbeitung von Qualifikationsnachweisen. Ihr Einfluss erstreckt sich sogar auf juristische Entscheidungen: Das Bundessozialgericht bestätigte kürzlich, dass Apotheken auch die kleinste Packungsgröße bei Rezepturen in Rechnung stellen dürfen – eine Entscheidung, die im Einklang mit den Kontrollprinzipien der Behörde steht.

Der Anstieg der Plagiatsfälle und Prüfungswiederholungen spiegelt die strengen Maßstäbe von puppI wider. Da weder Personen noch Details von der Prüfung ausgenommen sind, prägt die Behörde die pharmazeutische Qualifikationslandschaft in Deutschland nachhaltig um. Ihre Methoden haben bereits Rückforderungen ausgelöst, historische Untersuchungen angestoßen und neue Standards für Prüfungsgerechtigkeit gesetzt.

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