Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht trotz Personalnot ab
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat trotz des aktuellen Personalmangels eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgeschlossen. Er betonte, dass sich die Bundeswehr auch in den kommenden Jahren auf das Freiwilligenprinzip stützen werde. Die Bundesregierung beobachte zudem die Entwicklung der Truppenstärke genau.
Pistorius bestätigte, dass eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung nicht zur Debatte stehe. Eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht wurde mit Verweis auf fehlende Ausbilder und unzureichende Infrastruktur abgelehnt. Die Ampelkoalition einigte sich darauf, dass bei einem künftigen Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern korrigierende Maßnahmen ergriffen werden.
Der Minister unterstrich zudem die Bedeutung von Hochtechnologie und kostengünstigen Drohnen für die militärische Überlegenheit im 21. Jahrhundert. Um Lieferketten zu stärken, wurde ein Runden Tisch für den Austausch zwischen verschiedenen Wirtschaftsbereichen eingerichtet. Pistorius forderte außerdem eine bessere Nutzung des Know-hows der Automobilindustrie für die Rüstungsbranche.
Aktuelle interne Prüfungen ergaben, dass die Gesamtkosten für das Fregatten-Projekt F126 mittlerweile über 18 Milliarden Euro liegen.
Die Bundeswehr wird weiterhin auf Freiwillige bei der Rekrutierung setzen. Sollten sich künftig Engpässe bei qualifiziertem Personal abzeichnen, sollen gegensteuernde Maßnahmen greifen. Der Fokus bleibt auf technologischem Fortschritt und effizientem Ressourceneinsatz gerichtet.
