Koalitionsstreit in Baden-Württemberg: Warum CDU und Grüne an alten Konflikten scheitern
Moritz FischerKoalitionsstreit in Baden-Württemberg: Warum CDU und Grüne an alten Konflikten scheitern
Koalitionsgespräche in Baden-Württemberg eskalieren: CDU und Grüne ringen um neue Regierung
Zwei Wochen nach der Landtagswahl am 8. März 2026 gestalten sich die Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg zunehmend schwierig. CDU und Grüne liegen in zentralen Fragen – von der Besetzung der Ministerposten bis zu alten Konflikten – weiter weit auseinander. Zwar regierten beide Parteien bereits ein Jahrzehnt lang gemeinsam, doch das Misstrauen aus dem Wahlkampf wirkt nach.
Die Grünen gingen zwar als knapper Sieger aus der Wahl hervor, doch die CDU inszeniert sich als benachteiligte Partei. Vertreter werfen den Grünen eine gezielte Diffamierungskampagne vor, die ihre Chancen geschmälert habe – und nutzen dies als Hebel, um in den Verhandlungen bessere Bedingungen durchzusetzen. Dazu gehört die Forderung nach mehr Ressorts, um ein Patt im Kabinett herbeizuführen. In diesem Fall würde die Stimme des Ministerpräsidenten bei strittigen Entscheidungen den Ausschlag geben.
Die Sondierungsgespräche begannen in Stuttgart, wobei die Delegationen getrennt eintrafen. CDU-Innenminister Thomas Strobl erntete Kritik, nachdem er sich gegenüber Journalisten geäußert hatte – woraufhin der Verhandlungsführer der Landes-CDU, Manuel Hagel, ihn rügen musste. Hagel selbst ist inzwischen Ziel von Hasskampagnen im Netz geworden, darunter Beleidigungen und einschüchternde Nachrichten, wenn auch keine konkreten Drohungen bestätigt wurden.
Hinter den Kulissen versuchen der grüne Politiker Cem Özdemir und Hagel in vertraulichen Gesprächen, das Vertrauen wiederherzustellen. Doch einige CDU-Funktionäre gehen noch weiter: Sie bestehen darauf, dass die Grünen ihr gesamtes Wahlprogramm als Bedingung für eine Zusammenarbeit übernehmen. Die Stimmung bleibt angespannt, beide Seiten beharren auf ihren Positionen in Sachen Machtverteilung und politischer Ausrichtung.
Nun müssen CDU und Grüne einen Kompromiss finden – oder riskieren, die Pattsituation in die Länge zu ziehen. Noch vor einem Jahrzehnt funktionierte ihre Allianz, doch der Wahlkampf hat tiefe Spuren hinterlassen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob Baden-Württemberg eine stabile Regierung bekommt – oder eine fragile, die nur durch Zugeständnisse zusammengehalten wird.






