25 March 2026, 22:20

Gänseliesel wird 125: Göttingen feiert sein berühmtestes Wahrzeichen mit einer einzigartigen Ausstellung

Plakat zum 75-jährigen Jubiläum der Nationalen Universitären Ausstellung von Lügde, das eine Frau mit einem Blumenstraßus zeigt und Text, der das Ereignis beschreibt.

Gänseliesel wird 125: Göttingen feiert sein berühmtestes Wahrzeichen mit einer einzigartigen Ausstellung

Göttingens berühmtestes Wahrzeichen, der Gänseliesel-Brunnen, wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Aus diesem Anlass eröffnet am 9. April 2026 eine Sonderausstellung, die die Geschichte und kulturelle Bedeutung der Statue erkundet. Die Schau präsentiert seltene Originalgüsse und beleuchtet die Rolle des Brunnens für die Identität der Stadt.

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Der Gänseliesel-Brunnen entstand 1897 aus einem Wettbewerb, an dem sich rund 40 Künstler mit 46 Entwürfen beteiligten. Darunter war auch der renommierte Bildhauer Ernst Barlach, doch den Sieg errang Paul Nisse. Seine schlichte, aber eindrucksvolle Darstellung einer Gänsemagd wurde 1901 auf Göttingens Marktplatz enthüllt.

Ursprünglich symbolisierte die Statue die doppelte Belastung von Frauen und unterstrich ihre Präsenz im öffentlichen Leben. Mit der Zeit entwickelte sie sich zu einem geliebten Wahrzeichen, das mit Traditionen wie dem "Doktorkuss" verbunden ist – frisch promovierte Doktoranden küssen die Statue nach ihrer Disputation. Die Figur steht zudem in Verbindung mit der Frauenrechtsbewegung, etwa dem Internationalen Frauentag.

Die unter dem Titel "Liebt eigentlich jeder Liesel?" stehende Ausstellung läuft vom 9. April bis 18. Oktober 2026 im Städtischen Museum Göttingen. Gezeigt werden der Originalguss von 1901 sowie die "Leipziger Schwester", ein zweiter Abguss, die erstmals gemeinsam zu sehen sind. Eine zweisprachige Broschüre auf Deutsch und Englisch begleitet die Schau. Die Eröffnung findet am 9. April um 18:30 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache statt.

Auch über Göttingen hinaus ist der Einfluss der Gänseliesel spürbar. So führte Monheim am Rhein 2020 spezielle Ampelfiguren ein, die ihr Profil mit einer Gans zeigen – ein weiteres Zeichen für ihre Verankerung in der städtischen Kultur.

Die Ausstellung vereint historische Exponate und moderne Interpretationen der Gänseliesel. Besucher erleben, wie aus einer Skulptur des 19. Jahrhunderts ein Symbol für akademische Tradition, Frauenrechte und städtischen Stolz wurde. Sechs Monate lang bietet die Schau die seltene Gelegenheit, das bleibende Erbe des Brunnens zu entdecken.

Quelle