Experten fordern: Wälder und Moore sollen kritische Infrastruktur werden
Theo KönigExperten fordern: Wälder und Moore sollen kritische Infrastruktur werden
Ein Expertengremium fordert, natürliche Infrastruktur als kritische Infrastruktur einzustufen. Demnach sollten Seen, Wälder und Moore denselben rechtlichen Schutz erhalten wie Straßen, Schienennetze und Energiesysteme. Mit der Empfehlung sollen Ökosysteme geschützt werden, die die Grundlagen des Lebens sichern und extreme Ereignisse abmildern.
Bisher umfasst kritische Infrastruktur vor allem vom Menschen geschaffene Systeme. Das Gremium warnt, dass Ausfälle in diesen Systemen zu schweren Versorgungsengpässen führen können. Gleichzeitig betonen die Fachleute, dass natürliche Infrastruktur eine entscheidende Rolle für die Widerstandsfähigkeit spielt.
Die Experten drängen auf eine rechtliche Anerkennung natürlicher Gebiete als kritische Infrastruktur. Sie empfehlen eine bundesweite Bestandsaufnahme, um wichtige Ökosysteme zu dokumentieren. Zudem sollten Frühwarnsysteme für die Degradation von Ökosystemen entwickelt werden.
Um Emissionen zu reduzieren und die wirtschaftliche Stabilität zu stärken, rät das Gremium zu einem Umstieg auf erneuerbare Energien. Investitionen in Solar-, Windenergie und den öffentlichen Nahverkehr seien für diese Wende unverzichtbar.
Auch in der militärischen Ausbildung sollte das Bewusstsein für Umweltrisiken verankert werden. Der Nationale Sicherheitsrat wurde aufgefordert, den Schutz natürlicher Infrastruktur vorrangig zu behandeln. Zudem müsse die Entwicklungspolitik lokale Initiativen zur Stärkung des Ökosystemschutzes unterstützen.
Ökosysteme wirken als natürliche Puffer gegen Hitzewellen, Pandemien und andere Extremereignisse. Rechtliche Anerkennung und Investitionen in ihren Schutz würden Risiken verringern und langfristige Stabilität fördern. Die Empfehlungen des Gremiums zielen darauf ab, diese Maßnahmen in die nationale Politik und Sicherheitsstrategien zu integrieren.
