Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Moritz FischerBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach einer langen Sperrung wieder in Betrieb gegangen. Seit Anfang August 2022 war die Strecke für den Fern-, Regional- und Güterverkehr gesperrt. Die Wiedereröffnung erfolgte sechs Wochen später als geplant – nach monatelangen Verzögerungen und Rückschlägen.
Während der Sperrung mussten Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet werden, was die Reisezeiten verlängerte. Regionalreisende waren monatelang auf Schienenersatzverkehr angewiesen. Strenge Winterbedingungen mit anhaltendem Frost im Januar und Februar verschoben den ursprünglichen Eröffnungstermin zusätzlich.
Die Gesamtkosten der Modernisierung sind auf rund 2,7 Milliarden Euro gestiegen – deutlich mehr als die ursprünglich veranschlagten 2,2 Milliarden. Ein zusätzlicher Risikopuffer von etwa 300 Millionen Euro wurde aufgrund der Verzögerungen vollständig aufgebraucht. Selbst nach der Wiedereröffnung gab es Probleme: Aufzüge fielen aus, und Züge fuhren nicht wie vorgesehen.
Die Aufwertung ist Teil des umfassenden Plans der Deutschen Bahn, Dutzende Strecken bis Mitte der 2030er-Jahre zu sanieren. Allerdings konnte das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht wie geplant installiert werden. Nun ist innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre eine weitere längere Vollsperrung nötig, um die Arbeiten abzuschließen.
Die Strecke ist zwar wieder befahrbar, doch die Probleme bleiben bestehen: Das Budget ist überschritten, und weitere Beeinträchtigungen sind absehbar. Die Notwendigkeit einer erneuten Sperrung unterstreicht die Herausforderungen bei der Modernisierung zentraler Schienenverbindungen.
