07 April 2026, 04:14

Warum Unternehmen trotz Fachkräftemangel keine Stellen besetzen können – die überraschende Lohnfalle

Eine Liniengrafik, die Trends bei insgesamt arbeitslosen Personen, Stellenangeboten und Kündigungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Warum Unternehmen trotz Fachkräftemangel keine Stellen besetzen können – die überraschende Lohnfalle

Eine neue Studie deckt auf, warum viele Unternehmen trotz hoher Nachfrage nach Arbeitskräften Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen. Die Forschung von Benjamin Friedrich, Associate Professor an der Kellogg School of Management, zeigt, dass Firmen oft scheitern, die richtigen Löhne festzulegen – bedingt durch mangelnde Informationen und zögerliche Anpassungen. Diese Fehlanpassung führt zu langwierigen Einstellungsproblemen, insbesondere bei kleineren Betrieben und schnell wachsenden Unternehmen.

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Im Januar 2026 gaben 88 Prozent der Kleinunternehmen an, kaum oder gar keine qualifizierten Bewerber für ihre vakanten Positionen zu finden. Die Wirtschaftstheorie legt nahe, dass höhere Löhne das Problem lösen sollten – doch Friedrichs Erkenntnisse belegen, dass Unternehmen zögern, diesen Schritt zu gehen. Viele fürchten, dass bessere Bezahlung für Neuanstellungen Forderungen nach Gehaltserhöhungen bei der bestehenden Belegschaft auslösen könnte. Andere sorgen sich, sich auf Lohnniveaus festzulegen, die sie später nicht mehr senken können.

Die Studie zeigte zudem, dass Unternehmen oft keine Kenntnis von konkurrierenden Stellenangeboten haben und daher nur langsam ihre eigenen Gehälter anpassen. Besonders kleine Betriebe brauchen länger, um Löhne anzupassen – und zahlen am Ende auf Dauer mehr. Überraschenderweise hatten schnell wachsende Unternehmen – obwohl sie höhere Löhne boten – die größten Einstellungsschwierigkeiten, während langsam wachsende Firmen mit niedrigeren Gehältern weniger Probleme verzeichneten.

Friedrichs Modell sagte voraus, dass Unternehmen bei Stellen, die weniger zentral für ihr Kerngeschäft sind, zögerlicher Lohnerhöhungen vornehmen würden. Zudem zeigte sich, dass eine weniger konzentrierte Belegschaft es erschwert, schnell wettbewerbsfähige Gehälter festzulegen. Allein Suchreibungen konnten die Einstellungsprobleme nicht erklären, da die Daten der Erwartung widersprachen, dass vor allem Unternehmen mit niedrigen Löhnen am stärksten betroffen sein würden.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, empfiehlt Friedrich Investitionen in "Lohnintelligenz"-Tools, um Marktkonditionen besser zu verstehen. Zudem schlägt er vor, dass Politiker Gesetze zur Gehaltstransparenz fördern und die öffentliche Lohnberichterstattung verbessern könnten. Diese Maßnahmen würden kleineren Betrieben helfen, realistischere und wettbewerbsfähigere Löhne festzulegen.

Die Studie unterstreicht ein zentrales Hindernis bei der Personalbeschaffung: die Zurückhaltung von Unternehmen, Löhne schnell anzupassen – bedingt durch unvollständige Informationen und interne Bedenken. Ohne bessere Daten und mehr Flexibilität könnten Firmen weiterhin mit langfristigen Stellenausschreibungen und höheren Kosten konfrontiert sein. Für Politiker und Arbeitgeber liefert die Analyse nun klarere Handlungsempfehlungen, wie sie durch Transparenz und kluge Lohnstrategien die Effizienz bei der Personalgewinnung steigern können.

Quelle