Warum die AfD bei der Rheinland-Pfalz-Wahl nach der Briefwahl an Stimmen verlor
Moritz PetersWarum die AfD bei der Rheinland-Pfalz-Wahl nach der Briefwahl an Stimmen verlor
Ein Facebook-Nutzer behauptete kürzlich, es habe bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz Wahlbetrug gegeben, nachdem der Stimmenanteil der AfD unter 20 Prozent gefallen war. Der Rückgang trat auf, als die Briefwahlstimmen ausgezählt wurden. Behörden wiesen Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten zurück und verwiesen stattdessen auf langjährige Wahlmuster.
Erste Hochrechnungen von ARD und ZDF hatten die AfD zunächst bei 20 Prozent gesehen. Im Laufe des Abends sank der Wert auf 19,5 Prozent. Diese Verschiebung war jedoch kein Anzeichen für Manipulation, sondern spiegelt die Unterschiede zwischen Wählerinnen und Wählern wider, die vor Ort oder per Briefwahl abstimmen.
Die Anhängerschaft der AfD steht Briefwahlen traditionell skeptisch gegenüber, und die Partei rät ihren Unterstützern davon ab. Daher nutzen weniger AfD-Anhänger diese Wahlmöglichkeit, was die Ergebnisse verzerrt, wenn diese Stimmen später gezählt werden. Ein ähnliches Muster zeigte sich bereits bei früheren Landtagswahlen, etwa 2021 in Baden-Württemberg, wo die Grünen durch Briefwahlstimmen an Zuspruch gewannen.
Die Wahlleitung in Rheinland-Pfalz bestätigte, dass keine Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Die Entwicklung entspricht einem bekannten Trend: Seit 2016 stimmen Briefwähler häufiger für progressive Parteien wie SPD und Grüne als Wähler, die persönlich an der Urne abstimmen. Städtische, linksgerichtete Wähler nutzen Briefwahlen überdurchschnittlich oft, was die Endergebnisse beeinflussen kann.
Der prognostizierte Stimmenanteil der AfD sank, weil Briefwähler ein anderes Wahlverhalten zeigen als Wähler vor Ort. Hochrechnungen passen sich im Laufe der Auszählung an und bilden reale Wahlmuster ab. Das Endergebnis lieferte keine Hinweise auf Betrug – es zeigte lediglich die erwartete Wirkung der Briefwahlstimmen.






