22 March 2026, 08:15

Stuttgarter Apotheke rechnet erstmals Papierrezepte digital über Scanacs ab

Eine Sammlung alter Visitenkarten mit Texten zum Thema Columella edentula, ein Medikament, sowie ein kleines Papierstück mit einem Barcode.

Stuttgarter Apotheke rechnet erstmals Papierrezepte digital über Scanacs ab

Apotheke in Stuttgart nutzt als erste Scanacs-Plattform für Abrechnung von Papierrezepten mit der AOK Baden-Württemberg

Eine Apotheke in Stuttgart hat als erste Papierrezepte über die Scanacs-Plattform mit der AOK Baden-Württemberg abgerechnet. Dies folgt einer Änderung im Arzneimittelversorgungsvertrag (AVV), der nun einen einheitlichen, standardisierten Abrechnungsprozess für alle Apotheken vorschreibt. Scanacs-Geschäftsführer Frank Böhme bezeichnete die Entwicklung als Meilenstein für das System.

Das neue System ermöglicht es Apotheken, sowohl elektronische als auch Papierrezepte innerhalb desselben Monats abzurechnen. Diese Flexibilität stößt besonders bei der schnelleren Bearbeitung hochpreisiger Papierrezepte auf Interesse. Bereits im Januar wickelte eine Stuttgarter Apotheke Rezepturen im Wert von 80.000 Euro über Scanacs ab – darunter ein einzelnes Rezept mit einem Volumen von über 40.000 Euro.

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Die Plattform verursacht keinen zusätzlichen Arbeitsaufwand und setzt keine Grenzen für die Abrechnungshäufigkeit. Apotheken können zwischen Selbstabrechnung oder der Nutzung einer Clearingstelle wählen. Entscheiden sie sich für Letztere, müssen jedoch alle Abrechnungen desselben Monats über dieselbe Stelle laufen.

Bis Anfang 2026 hatten bereits rund 1.200 Apotheken in Baden-Württemberg – etwa ein Viertel aller Apotheken im Land – Scanacs für die AOK-Abrechnung eingeführt. Besonders hoch ist die Beteiligung in Ballungsräumen wie Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim, wo mittlerweile über 40 Prozent der örtlichen Apotheken das System nutzen. Scanacs arbeitet daran, den Prozess weiter zu optimieren, sodass die Abrechnungsdaten nach Ende der Übergangsphase automatisch in die Apothekenübersicht integriert werden.

Das Unternehmen steht zudem mit anderen Krankenkassen in Verhandlungen, um das Modell über die AOK Baden-Württemberg hinaus auszuweiten.

Die aktualisierten AVV-Regeln und die monatsmittige Abrechnungsoption von Scanacs bieten Apotheken mehr Effizienz bei der Rezeptabwicklung. Da kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand entsteht, könnte sich das System für viele zur Routine entwickeln. Gleichzeitig könnten Verhandlungen mit weiteren Krankenkassen dazu führen, dass das Modell künftig noch breiter Anwendung findet.

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