11 April 2026, 04:13

Streit um Spritpreise: Pendlerpauschale oder Übergewinnsteuer?

Plakat mit einem Zug auf einem Bahngleis mit mehreren Menschen in der Nähe, das "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation" bewirbt.

Streit um Spritpreise: Pendlerpauschale oder Übergewinnsteuer?

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche schlägt eine vorübergehende Erhöhung der Pendlerpauschale vor, um die Belastung durch die hohen Spritpreise zu mildern. Der Anstieg kommt zu einer Zeit, in der die Spannungen im Iran die Kosten an den Tankstellen in die Höhe treiben. Reiche betont, dass die Maßnahme Autofahrern helfen werde, die für ihre Arbeit auf ihr Fahrzeug angewiesen sind.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hingegen plädiert für eine Übergewinnsteuer auf Mineralölkonzerne, um überhöhte Preise einzudämmen. Die beiden Minister verfolgen damit unterschiedliche Ansätze zur Bewältigung der Krise.

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Reiche möchte die aktuelle Pendlerpauschale von 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten gefahrenen Kilometer anheben. Sie argumentiert, dass die Entlastung gezielt wirke und vor allem denen zugutekomme, die auf ihr Auto für den täglichen Arbeitsweg angewiesen seien. Alternativen wie Tankgutscheine oder eine Deckelung der Spritpreise wurden als unwirksam oder irreführend verworfen.

Die Ministerin warnte zudem vor Maßnahmen, die rechtliche Hürden mit sich bringen könnten. Sie verwies auf ein früheres Urteil des Bundesfinanzhofs, das die Verfassungsmäßigkeit früherer Übergewinnsteuern infrage gestellt hatte. Reiche riet zur Vorsicht und betonte, dass eine neue Steuer wahrscheinlich auf ähnlichen Widerstand stoßen werde.

Klingbeils Vorschlag orientiert sich hingegen an einer EU-Verordnung, die während der Energiekrise 2022 eingeführt wurde. Diese Regelung sah eine 33-prozentige Besteuerung von Übergewinnen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vor. Sein Plan zielt darauf ab, zu verhindern, dass Unternehmen die aktuelle Preisspirale bei Kraftstoffen ausnutzen.

Die beiden Minister stehen sich nun unversöhnlich gegenüber, wenn es um die beste Lösung für die steigenden Kosten geht. Während Reiche auf direkte Entlastungen für Pendler setzt, drängt Klingbeil auf eine Besteuerung der Ölkonzerne, um die Preise zu kontrollieren.

Die Debatte offenbart einen grundsätzlichen Dissens: Steuererleichterungen für Autofahrer versus eine Abgabe auf Ölgewinne. Reiches Plan würde die Pendlerpauschale anpassen und so sofortige Unterstützung für Arbeitnehmer bieten. Klingbeils Übergewinnsteuer könnte – falls beschlossen – die Handhabung übermäßiger Gewinne in Zeiten von Preisschüben neu definieren.

Die Entscheidung wird zeigen, wie Deutschland den Spagat zwischen Verbraucherhilfen und unternehmerischer Verantwortung in Angesicht steigender Spritpreise meistert.

Quelle