Streit um E-Auto-Förderung: Warum chinesische Hersteller profitieren – und deutsche leer ausgehen
Theo KönigStreit um E-Auto-Förderung: Warum chinesische Hersteller profitieren – und deutsche leer ausgehen
Die deutsche staatliche Förderung für Elektroautos steht in der Kritik, da sie vor allem ausländische Hersteller – insbesondere chinesische – begünstigt. Ein Fördertopf von 3,5 Milliarden Euro unterstützt Käufer von Elektrofahrzeugen mit bis zu 6.000 Euro, abhängig von Einkommen und Familiengröße. Gefördert werden alle Elektroautos, die seit dem 1. Januar 2026 zugelassen wurden.
Burkhard Weller, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), widerspricht den lobenden Worten von Umweltminister Carsten Schneider zum Programm. Weller argumentiert, die Förderung habe vor allem bereits geplante Käufe vorgezogen, statt den Umstieg auf Elektroautos zu beschleunigen. Er schlägt vor, die Prämie auch auf Gebrauchtwagen auszuweiten, die Ladeinfrastruktur zu verbessern und die Strompreise zu senken.
Autohäuser verzeichnen eine starke Nachfrage nach Modellen im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro – meist chinesische Marken. Bei der Weller-Gruppe verdoppelten sich die Verkäufe günstiger chinesischer E-Autos im Mai nahezu, wobei BYD ein Plus von 235 Prozent verbuchte. Deutsche Hersteller bieten in dieser Preisklasse bisher keine Fahrzeuge an, doch der VW ID.Polo soll im September auf den Markt kommen.
Weller plädiert zudem für transparente Preise an Ladestationen. Sein Vorschlag sieht ein System vor, ähnlich dem Mobilfunk-Roaming: Kunden zahlen einen Festpreis beim heimischen Anbieter, der überall gilt.
Bisher profitieren vor allem günstige chinesische Elektroautos von der Förderung. Deutsche Hersteller könnten bald mit neuen Modellen in denselben Marktsegmenten nachziehen. Die Diskussion über Wirksamkeit und Fairness des Programms wird voraussichtlich anhalten.






