Schulspiele werden zum harten Leistungstest – wer gewinnt, wer verliert?
Emma KrausSchulspiele werden zum harten Leistungstest – wer gewinnt, wer verliert?
Die Deutschen Schulspiele werden in diesem Jahr zum Wettbewerb
Bildungsministerin Karin Prien setzt in diesem Jahr auf einen stärkeren Leistungsgedanken bei den Schulspielen. Ein neuer Vorschlag des Bundesbildungsministeriums unterstützt nun spielerische Wettbewerbe für Kinder, die auf Leistung ausgelegt sind.
An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule turnten Schülerinnen und Schüler auf Lateinisch – mit dem Rücken zum Publikum. Unterdessen trat die Klasse 3b mit ihrem Team „Chicago Boys“ beim IronChild-Wettbewerb an, einem mehrtägigen Kraftakt aus Schinderei, Durchhaltevermögen und Kostenrechnung. Die Sieger dürfen sich über ein persönliches Coaching mit Vorstandschef Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann freuen, während die Verlierer Gefahr laufen, eine Gymnasiumsempfehlung zu erhalten.
Konservative Bildungspolitiker wollen diese Praktiken auf öffentliche Schulsportveranstaltungen übertragen. Bernd Kreimer-Rendsburg geht noch weiter: Er fordert, dass alle Bewertungen in Ranglisten münden und Eltern gegen Bezahlung Tokens für ihre Kinder erwerben können. Aufsehen erregte unterdessen die Kita Höhlenkinder in Rheda-Wiedenbrück, die im Rahmen einer „natürlichen Auswahlübung“ Kleinkinder in nummerierten Weidenkörben auf der Ems treiben ließ.
Das Bundesbildungsministerium arbeitet derzeit an einem offiziellen Entwurf für leistungsorientierte Spiele. Diese sollen über die Kultusministerkonferenz eingeführt werden – und könnten den Schulsport in ganz Deutschland grundlegend verändern.






