07 April 2026, 16:15

Ostdeutschlands Chemieindustrie kämpft um Überleben im dritten Krisenjahr

Liniengraph, der die US-Öl/Petroleum-Produktion, -Importe und -Exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ostdeutschlands Chemieindustrie kämpft um Überleben im dritten Krisenjahr

Ostdeutschlands Chemie- und Pharmabranche erwirtschaftete 2025 Umsätze in Höhe von 28,5 Milliarden Euro. Das bescheidene Wachstum von 0,5 Prozent ging dabei ausschließlich auf das Konto der Pharmasparte, während die traditionelle chemische Produktion weiter schrumpfte. Die Branche steckt nun im dritten Krisenjahr in Folge und sieht sich mit immer größeren Herausforderungen in der gesamten Region konfrontiert.

Die chemische Industrie Ostdeutschlands kämpft seit drei Jahren mit Rückgängen. 2025 sank die Produktion um etwa drei Prozent, wodurch die Kapazitätsauslastung auf nur noch 72 Prozent fiel. Die Fabriken arbeiten damit weit unter ihren Möglichkeiten, und da Unternehmen sparen müssen, steigen die Arbeitsplatzverluste.

Hohe Energiekosten, teure Rohstoffe und strengere Vorschriften drücken die Gewinne. Gleichzeitig hat sich der internationale Wettbewerb verschärft, was es heimischen Betrieben zunehmend schwerer macht, sich zu behaupten. Nur jedes zehnte Unternehmen rechnet in naher Zukunft mit einer Besserung der Lage.

Trotz der düsteren Aussichten gibt es vereinzelt Lichtblicke. Die mögliche Rettung des insolventen Chemieunternehmens Domo am Standort Leuna weckt Hoffnungen. Branchenvertreter sehen in diesem Deal einen wichtigen Impuls – ein seltener Grund zur Zuversicht in einem ansonsten schwierigen Marktumfeld.

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Die Branche beschäftigt zwar noch rund 63.000 Menschen, weitere Stellenstreichungen gelten aber als wahrscheinlich. Zwar sorgte die Pharmasparte für einen leichten Umsatzanstieg, doch die chemische Industrie insgesamt zieht sich weiter zurück.

Die Chemieindustrie Ostdeutschlands steht nach wie vor unter starkem Druck: Schwache Nachfrage, hohe Kosten und globaler Wettbewerb belasten die Performance. Zwar könnte die Rettung von Domo einen Wendepunkt markieren, doch die meisten Unternehmen blicken weiterhin in eine ungewisse Zukunft. Vorerst hängt die Erholung der Branche von übergeordneten wirtschaftlichen Veränderungen und nachhaltigen Investitionen ab.

Quelle