Opernhäuser tauschen Wagner gegen Aperol Spritz – ist das noch Kultur?
Moritz PetersOpernhäuser tauschen Wagner gegen Aperol Spritz – ist das noch Kultur?
Europas große Opernhäuser setzen auf Instagram – doch nicht auf Musik, sondern auf Lifestyle
Immer mehr Opernhäuser in Europa verlagern ihren Fokus auf Instagram – weg von künstlerischer Tiefe oder musikalischer Exzellenz, hin zu Konsum und Lifestyle. Statt als kulturelles Erlebnis wird Oper zunehmend als gesellschaftliches Event vermarktet.
Die Wiener Staatsoper inszeniert sich mit den Hosts Hemma und Jakob wie ein Freizeitpark. In ihren Posts gibt es Überlebenstipps für Opernbesuche, Anleitungen für Snacks in der Pause oder Erklärungen zu Dresscodes. Die Oper wird zum kulinarischen Ereignis stilisiert – nicht zum künstlerischen.
Das Staatsoper Berlin setzt dagegen auf Sponsorenpflege: BMW dominiert den Account, während musikalische Inhalte in den Hintergrund rücken. Bei Opera Bert oder dem Tenor Jonathan Tetelman reduziert sich Oper auf Äußerlichkeiten und finanziellen Erfolg.
Holger Noltze wirkt mit seinen herablassenden Opern-Erklärungen wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Die Festspielhaus Baden-Baden wirbt derweil mit „Klassik und Aperol Spritz“ oder „Sundowner mit DJ“. Einziger Lichtblick: Die Bayerische Staatsoper bleibt bei musikalischen Inhalten – mit Diskussionen über Wagner oder Orchesterphilosophie.
Opernhäuser nutzen Instagram zunehmend, um einen Lifestyle zu verkaufen – nicht Kunst. Getränke, Mode und Sponsoren stehen im Vordergrund, die Musik rückt in den Hintergrund. Ein Trend, der Konsum über Kultur stellt.
