Ökonom Edenhofer warnt: Kraftstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise in Europa
Moritz PetersÖkonom Edenhofer warnt: Kraftstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise in Europa
Ein führender Wirtschaftswissenschaftler hat Kraftstoffsubventionen als falsche Antwort auf die Energiekrise in Europa kritisiert. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), argumentiert, dass die eigentliche Lösung in der Senkung der Nachfrage nach Öl und Gas liege. Er warnt, dass die aktuellen politischen Maßnahmen das Problem verschärfen könnten, statt langfristige Energiesicherheit zu gewährleisten.
Edenhofer verweist auf die Ölkrise der 1970er-Jahre, als Regierungen den Fokus auf Energiesparen statt auf Preissubventionen legten. Damals half die Nachfragesenkung, die Märkte zu stabilisieren. Heute sei Europa gefordert, ähnlich zu handeln, um seine Abhängigkeit von ausländischem Öl und Gas zu verringern.
Subventionen für Kraftstoffe würden die Nachfrage nur weiter anheizen und die Preise zusätzlich in die Höhe treiben. Davon profitierten vor allem Exporteure wie Russland, während europäische Verbraucherinnen und Verbraucher die Last tragen müssten. Stattdessen schlägt Edenhofer gezielte Einkommenshilfen für einkommensschwache Haushalte vor – ein fairerer Weg, um die Kostenbelastung abzufedern.
Er betont, dass eine Senkung der Nachfrage nicht nur Klimapolitik sei, sondern auch eine geopolitische Strategie. Wenn Europa weniger Öl und Gas verbrauche, gewinne es mehr Einfluss auf die globalen Preise. Politiker hätten dies seiner Meinung nach von Anfang an klarer kommunizieren müssen.
Die Warnungen des Ökonomen zeigen die Risiken kurzfristiger Lösungen wie Kraftstoffsubventionen auf. Ohne eine Verringerung der Nachfrage könnte Europa in volatilen Energiemärkten gefangen bleiben. Seine Vorschläge zielen auf langfristige Sicherheit ab – nicht auf vorübergehende Entlastung.






