NRW-Polizei rüstet sich mit digitaler Großoffensive gegen Online-Kriminalität
Moritz FischerNRW-Polizei rüstet sich mit digitaler Großoffensive gegen Online-Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive zur Stärkung digitaler Ermittlungskompetenzen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten zur Online-Ermittlung auszubauen. Das unter dem Namen „Digitale Streife“ bekannte Projekt zielt darauf ab, die Möglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden bei der Beschaffung und Auswertung öffentlich zugänglicher digitaler Informationen deutlich zu verbessern. Dazu wurden Teams erweitert, neue Schulungsprogramme eingeführt und Spezialisten hinzugezogen, um nationale Sicherheitsbedrohungen effektiver zu bekämpfen.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine Abteilung für OSINT (Open-Source-Intelligence) deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist unter der Leitung von Fabian Coenen zu einer 16köpfigen Unterabteilung angewachsen. Die Unterabteilung 22.2 konzentriert sich auf politisch motivierte Kriminalität und umfasst IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler.
Auch das übergeordnete Projekt „Digitale Streife“ verzeichnet Zuwachs: Allein beim LKA sind zehn zusätzliche Beamte eingestellt worden, sechs davon in Coenens Team. Fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Polizeibehörden unterstützen mittlerweile OSINT-Operationen. Diese Einheiten sind Teil des deutschen Staatsschutzgefüges und bieten bei dringenden Sicherheitslagen schnelle Unterstützung.
Ein zentraler Baustein der Initiative ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Dozent an der Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, leitet die Schulungsmaßnahmen. Er verantwortet ein standardisiertes Zehn-Module-Onlineprogramm, das OSINT-Kenntnisse vermittelt. Seine Arbeit stellt sicher, dass sowohl neue LKA-Mitarbeiter als auch Beamte der regionalen Polizeikräfte die notwendigen Fähigkeiten für digitale Ermittlungen erwerben.
Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten in Nordrhein-Westfalen ist Teil einer größeren Modernisierungsstrategie der Polizei. Mit größeren Teams, spezialisierter Ausbildung und einem Fokus auf digitale Bedrohungen wollen die Behörden Sicherheitsherausforderungen künftig besser begegnen. Mittlerweile sind über 100 Beamte in das Projekt eingebunden – ein deutlicher Zugewinn für die Fähigkeit des Landes, digitale Informationen zu überwachen und auszuwerten.






