Neue Ladeinfrastruktur für Elektroautos startet in Südwestdeutschland mit 300 Stationen
Theo KönigNeue Ladeinfrastruktur für Elektroautos startet in Südwestdeutschland mit 300 Stationen
Neue Tochtergesellschaft soll Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Südwestdeutschland ausbauen
Mit der Gründung der Ladestationen Südwest GmbH & Co. KG (LSG) wird die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Südwestdeutschland deutlich ausgebaut. Das Unternehmen wird über 300 Ladestationen betreiben, wobei die Stadtwerke Tübingen und weitere regionale Versorger eine zentrale Rolle spielen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund steigender Nachfrage nach Elektrofahrzeugen – trotz anhaltender Herausforderungen wie Verbraucherskepsis und Lücken in der Infrastruktur.
Die Gründung von LSG ist eine Reaktion auf die gesetzlichen Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Dieses verbietet Netzbetreibern den Besitz oder Betrieb öffentlicher Ladestationen, sofern diese nicht dem privaten Gebrauch dienen. Um die Vorschriften einzuhalten, haben die Stadtwerke Tübingen bereits separate Gesellschaften gegründet: Ecowerk für Projekte im Bereich erneuerbarer Energien und Ecowerk e-charge für den Aufbau der Ladeinfrastruktur.
Die in Zweibrücken ansässige LSG agiert als Charge-Point-Operator (CPO) und finanziert ihre Aktivitäten über Ladegebühren sowie Roaming-Dienste. Das Unternehmen plant, eigene Tarifmodelle, Ladelösungen für Unternehmen und Abrechnungsservices für andere Betreiber anzubieten. Zudem sollen Lademöglichkeiten für Wohnanlagen entwickelt werden.
Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen, sieht in der neuen Tochtergesellschaft eine Möglichkeit, Abläufe zu optimieren und den Ausbau zu beschleunigen. Er betont, dass Elektrofahrzeuge mittlerweile eine hohe Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen böten. Sophie-Charlotte Knecht, Mitgeschäftsführerin von LSG, verweist jedoch auf weiterhin bestehende Hürden: Viele Verbraucher sorgen sich nach wie vor über die Reichweite der Batterien, die hohen Anschaffungskosten und die unzureichende Anzahl an Ladestationen.
Ecowerk e-charge strebt den Aufbau eines flächendeckenden Netzes öffentlicher Ladesäulen an. Dazu gehören Schnellladestationen für kurze Ladevorgänge sowie langsamer ladende Einheiten für längere Parkzeiten. Ziel ist es, die Nutzung von Elektrofahrzeugen für Fahrzeugbesitzer in der gesamten Region praktikabler zu gestalten.
Die neue Tochtergesellschaft wird den Zugang zu Ladestationen ausbauen – stets im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Mit einem Netz von 300 Ladepunkten und zusätzlichen Dienstleistungen soll die wachsende Verbreitung von Elektrofahrzeugen unterstützt werden. Gleichzeitig bleiben die Bewältigung von Verbraucherbedenken und der Infrastrukturausbau zentrale Aufgaben für die Zukunft.






