Leroy Sané bleibt trotz Glanzleistungen der umstrittenste Nationalspieler Deutschlands
Moritz FischerLeroy Sané bleibt trotz Glanzleistungen der umstrittenste Nationalspieler Deutschlands
Leroy Sanés Rolle in der deutschen Nationalmannschaft sorgt seit seinem Wechsel zu Galatasaray Istanbul im vergangenen Jahr für hitzige Diskussionen. Trotz seiner Leistungen sieht sich der Stürmer weiterhin harter Kritik ausgesetzt – selbst nach entscheidenden Auftritten. Die Vorwürfe sind ungewöhnlich scharf, manche machen ihn sogar für die Schwächen des Teams verantwortlich.
2023 zog es Sané in die türkische Liga, ein Schritt, den Kritiker als Priorisierung finanzieller Interessen über seine Nationalmannschaftskarriere werten. In seiner ersten Saison bei Galatasaray konnte er sich keinen Stammplatz erkämpfen und erzielte in 43 Einsätzen lediglich sieben Tore. Dieser Formtiefpunkt nährte weitere Zweifel an seinem Platz im DFB-Team.
Die Kritik riss selbst nach Glanzmomenten nicht ab. Sané traf im Testspiel gegen die USA zum Sieg – doch seine Kritiker hoben weiterhin seine Schwächen hervor. Auch sein überzeugender Auftritt im WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei im November, bei dem er zwei Tore vorbereitete und eines selbst erzielte, sicherte Deutschland die Teilnahme, änderte jedoch nichts am Fokus auf seine Fehler. Nach dem 7:1 gegen Curaçao und der Partie gegen die Elfenbeinküste dominierte sein Name erneut die negativen Debatten.
Nicht alle teilen die Kritik. Mannschaftskapitän Joshua Kimmich und Bundestrainer Julian Nagelsmann stellten sich öffentlich hinter Sané und lobten seinen Einsatz sowie seine defensiven Leistungen. Ex-Kapitän İlkay Gündoğan argumentierte, dass die ständige Erwartungshaltung gegenüber Fehlern einen kreativen Spieler wie ihn hemmen könne. Selbst auf einer Pressekonferenz blieb Nadiem Amiris sehenswerte Vorlage unerwähnt, während Sanés vermeintlicher Konkurrent Jamal Musiala ohne Vergleiche blieb.
Die Fixierung auf Sané als Sündenbock für die Probleme der Nationalelf bleibt auffällig. Seine Leistungen – ob stark oder schwach – spalten weiterhin die Meinungen. Die Debatte um seine Zukunft im DFB-Team zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung.
