22 March 2026, 06:17

Länder fordern dringende Apothekenreform: Höhere Vergütung oder weitere Schließungen drohen

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente berechnet hat als in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Länder fordern dringende Apothekenreform: Höhere Vergütung oder weitere Schließungen drohen

Reformdruck bei Apothekenfinanzierung: Länder fordern höhere Vergütung für lokale Apotheker

Die Forderungen nach einer Reform der Apothekenfinanzierung in Deutschland gewinnen an Fahrt, nachdem die Landesregierungen höhere Zuschüsse für ortsansässige Apotheker verlangt haben. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) hat die Bundesregierung zu schnellem Handeln aufgefordert und betont, dass Apotheken eine zentrale Rolle in der öffentlichen Gesundheitsversorgung spielen. Die Debatte entzündet sich an jahrelanger Stagnation der Vergütung und einem deutlichen Rückgang der Apothekenzahlen bundesweit.

Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vorangetriebene Reform sieht vor, die Notdienst- und Nachtzuschläge für Landapotheken zu verdoppeln. Zudem sollen Arzneimittel bei Lieferengpässen leichter ersetzt werden dürfen, und Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) sollen künftig bis zu 20 Tage im Jahr vertretungsweise die Leitung einer Apotheke übernehmen können. Ein geplanter Anstieg der Packungszuschläge – einer pauschalen Gebühr pro Rezept – wurde jedoch aufgrund der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherungen vorerst zurückgestellt.

Die Länder, darunter Bayern, zeigen sich damit unzufrieden. Ende Januar bekräftigte der Bundesrat die Forderung nach einer Erhöhung des Packungszuschlags, der derzeit bei 8,35 Euro liegt, und lehnte Lockerungen bei der Eröffnung von Filialapotheken ab. Gerlach pocht konkret auf eine Anhebung auf 9,50 Euro und argumentiert, dass die Apotheken nach 13 Jahren ohne Anpassung dringend mehr Unterstützung bräuchten.

Hinter dem Reformdruck steht die alarmierende Entwicklung, dass Deutschland mittlerweile die niedrigste Apothekendichte Europas aufweist – allein in den letzten Jahren schlossen 440 Apotheken. Besonders Bayern wehrt sich gegen Pläne, PTA als vollwertigen Ersatz für Apotheker einzusetzen, und besteht auf strenge Aufsichtsregeln.

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Ziel der Reform ist es, vor allem ländliche Apotheken zu stabilisieren, die zunehmend unter Wirtschaftlichkeitsdruck geraten. Sollten die Änderungen verabschiedet werden, wäre dies die erste große Novelle der Apothekenfinanzierung seit über einem Jahrzehnt. Doch wegen anhaltender Streitpunkte bei Gebühren und Personalregelungen zeichnen sich weitere Verhandlungen ab, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.

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