23 May 2026, 10:13

Kubicki will FDP-Chef werden – doch sieht sich nur als Übergangslösung

Kubicki spricht auch mit AfD-Vertretern

Kubicki will FDP-Chef werden – doch sieht sich nur als Übergangslösung

Heinrich Kubicki soll innerhalb einer Woche neuer Vorsitzender der FDP werden. Der erfahrene Politiker hat klare Vorstellungen von den Problemen seiner Partei – und von den Herausforderungen der gesamten politischen Landschaft. Seine Äußerungen zu CDU, AfD und sogar zur Bundeskanzlerin haben in Berlin eine neue Debatte ausgelöst.

Doch Kubicki selbst gibt zu, dass er nicht die langfristige Lösung für die Liberalen sein könnte. Stattdessen verweist er auf jüngere Persönlichkeiten als Zukunft der Partei und fordert gleichzeitig eine klarere Kommunikation sowie stärkere Führung in der Regierung.

Obwohl Kubicki als Bundestagsvizpräsident zurückgetreten ist, bleibt er politisch aktiv. Während der Sitzungswochen führt er weiterhin Gespräche und behält so Einfluss auf wichtige Diskussionen. Sein Fokus liegt nun jedoch darauf, das Schicksal der FDP zu wenden.

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Der Rückgang der Sichtbarkeit der Partei bereitet ihm Sorgen. Er argumentiert, dass sie auf kompliziertes Fachchinesisch verzichten und stattdessen in verständlichen Worten wieder Anschluss an die Wähler finden müsse. Sein eigener Antritt als Parteichef sei lediglich eine Übergangslösung, betont er – kein langfristiger Plan. Auf die Frage, ob er die FDP in die Wahl 2029 führen werde, scherzte er, die Chancen stünden schlechter, als ihn auf Mallorca anzutreffen.

Seine Kritik beschränkt sich nicht auf die eigene Partei. Kubicki zeigt sich erstaunt über CDU-Chef Friedrich Merz und hinterfragt, wie die Union ihre aktuelle Ausrichtung angesichts schwacher Umfragewerte und des Aufstiegs der AfD rechtfertige. Die Stimmung in Berlin sei düster, so Kubicki, und es herrsche kaum Einigkeit darüber, wie man dem wachsenden Einfluss der Rechtspopulisten begegnen solle.

Auch die Bundeskanzlerin bleibt von seiner Kritik nicht verschont. Kubicki fordert einen entschlosseneren Regierungsstil. Zwar bedauert er, Scholz in einem früheren Interview als „Besserwisser“ bezeichnet zu haben, doch an der Grundaussage seiner Kritik hält er fest. Die Zukunft der Partei liege seiner Meinung nach bei Namen wie Linda Teuteberg, Martin Hagen oder Susanne Seehofer – und nicht bei ihm selbst.

Kubickis Kandidatur kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die FDP. Seine Forderungen nach einfacherer Kommunikation und konsequenterem Handeln spiegeln eine breitere Unzufriedenheit in der deutschen Politik wider. Ob sein Vorstoß für Veränderung die Partei auf einen neuen Kurs bringt – und wer ihm irgendwann nachfolgen könnte – bleibt abzuwarten.

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