Kirchheim unter Teck setzt auf Gemeinschaft statt Profit im Quartier Steingau
Moritz PetersKirchheim unter Teck setzt auf Gemeinschaft statt Profit im Quartier Steingau
Kirchheim unter Teck geht bei der Wohnraumentwicklung im Quartier Steingau neue Wege. Statt Grundstücke an den Höchstbietenden zu verkaufen, setzte die Stadt auf ein offenes, konzeptbasiertes Auswahlverfahren – mit dem Ziel, ein lebendiges Gemeinschaftsgefüge zu schaffen statt maximale Gewinne zu erzielen.
Das Quartier Steingau, westlich der historischen Altstadt gelegen, ist heute Heimat für rund 850 Bewohner:innen. Die Nachfrage nach Baugrundstücken war enorm: Das Interesse überstieg das Angebot um fast das Dreifache. Um Fairness und Bezugsfähigkeit zu gewährleisten, legte die Stadt die Grundstückspreise auf Basis unabhängiger Gutachten fest. Dadurch erhielten eine größere Bandbreite an Bauherren und zukünftigen Anwohner:innen die Chance zur Teilnahme. Statt Einzelparkplätzen pro Gebäude entschied man sich für ein gemeinsames Tiefgaragensystem, das Platz spart und die Vernetzung im Viertel fördert.
Ein unabhängiges Netzwerk aus lokalen Bewohner:innen überwacht seither Aktivitäten und verwaltet gemeinsame Flächen. Die Gruppe organisiert Gemeinschaftsprojekte und bewahrt den kooperativen Geist des Quartiers. Die Stadtverwaltung begleitete den Prozess mit regelmäßigen Fortschrittskontrollen, bevor Verkäufe finalisiert wurden.
Die Fernwärmeversorgung übernimmt das städtische Versorgungsunternehmen Kirchheims, was für ein zentrales und effizientes System sorgt. Im Rahmen des konzeptbasierten Verfahrens mussten Bauträger überzeugende Pläne, realistische Zeiträume sowie den Nachweis administrativer Kapazitäten vorlegen. Nur Vorschläge, die diese Kriterien erfüllten, kamen in die engere Auswahl – unabhängig von der finanziellen Offerte.
Das Quartier Steingau steht heute als sichtbares Beispiel für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Durch die Priorisierung durchdachter Konzepte statt reiner Kaufangebote entstand ein Viertel, das auf Zusammenarbeit und geteilten Ressourcen basiert. Feste Grundstückspreise, gemeinsame Parkflächen und das lokale Netzwerk prägen weiterhin das Wachstum des Gebiets.






