23 April 2026, 14:28

Kim de l'Horizons Roman feiert rauschhafte Bühnenpremiere in Berlin

Eine farbenfrohe Papierreproduktion, die die Lebensphasen einer Frau von der Kindheit bis ins hohe Alter zeigt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

Kim de l'Horizons Roman feiert rauschhafte Bühnenpremiere in Berlin

Bühnenadaption von Kim de l'Horizons preisgekröntem Roman feiert Premiere an Berlins Vaganten Bühne in Charlottenburg

Am Berliner Theater Vaganten Bühne in Charlottenburg hat die Bühnenfassung von Kim de l'Horizons gefeiertem Roman Premiere gefeiert. Die Inszenierung erzählt eine zutiefst persönliche Reise durch Identität, Familie und Heilung – mit schonungsloser Ehrlichkeit begleitet sie Kims Suche nach den eigenen Wurzeln und ihrem Platz in einer genderfluid existierenden Welt.

Die Geschichte beginnt mit dem schleichenden Verlust der Großmutter an Demenz, ein Einschchnitt, der Kim dazu drängt, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Sie forschen in ihrer mütterlichen Ahnenreihe, legen jahrzehntelang verschüttete, transgenerationale Traumata frei. Parallel stürzt sich Kim in Berlins Nachtleben, nutzt die Dating-App Grindr als Kompass durch eine Welt flüchtiger Verbindungen.

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Auf der Bühne wird Kim von drei Schauspieler:innen verkörpert – Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger –, die jeweils unterschiedliche Facetten ihrer Identität einfangen. Ihr Körper, beschrieben als grenzenlos und jenseits binärer Kategorien, wird zum zentralen Motiv. Die Erzählung oszilliert zwischen rücksichtsloser Selbstfindung und stillen Momenten der Reflexion, etwa wenn Kim unter einer Blutbuche Schutz findet, die einst ihr Urgroßvater pflanzte.

Die 90-minütige Aufführung verdichtet die emotionale Tiefe des Romans zu einem packenden Erlebnis. Kims Mission ist klar: Schweigen brechen, Scham in Akzeptanz verwandeln und sich einen Platz in einer Welt erkämpfen, die sich oft jeder festen Definition entzieht.

Die Adaption bleibt dem Original treu, das 2022 sowohl mit dem Deutschen Buchpreis als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Indem Kim die Vergangenheit aufarbeitet und Fluidität umarmt, fordert ihre Geschichte das Publikum heraus, Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit neu zu denken. Die Inszenierung lässt kaum Raum für Distanz – sie verlangt mit ihrer rohen, ungeschönten Ehrlichkeit nach aktiver Auseinandersetzung.

Quelle