07 April 2026, 00:20

KiBiz-Reform in NRW: Eltern und Erzieher protestieren gegen drohende Qualitätsverluste in Kitas

Plakat für die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri, das bedrückte Menschen in traditioneller Kleidung mit Text oben und unten zeigt.

KiBiz-Reform in NRW: Eltern und Erzieher protestieren gegen drohende Qualitätsverluste in Kitas

Eltern, Erzieherinnen und Kinder haben gegen die geplanten Änderungen am Kinderbildungsgesetz (KiBiz) von Nordrhein-Westfalen protestiert. Die Kundgebung fand am St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt statt und stand unter dem Motto "Wir sind sprachlos". Steigende Kosten und Personalmangel haben die Kita-Träger dazu veranlasst, ihre Sorgen öffentlich zu äußern.

Der Protest richtete sich gegen die von der Landesregierung geplante Reform des KiBiz, die nach Ansicht der Kritiker die bestehenden Probleme noch verschärfen wird. Ein zentraler Streitpunkt ist das neue System aus "Kern- und Randzeiten", das viele als Bedrohung für die Qualität der Betreuung sehen. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens Saalhausen, betonte, dass die Fachkräfte bereits jetzt überlastet seien und den Bedürfnissen der Kinder nicht mehr gerecht werden könnten.

Kathrin Lawicki, eine Elternvertreterin, warnte, dass die Reformen die Entwicklung der Kinder gefährden könnten. Sie verwies auf explodierende Energiekosten und den eklatanten Personalmangel als Hauptbelastungen für die Kitas. Die Landesregierung hat zwar für das kommende Kita-Jahr, das im August beginnt, zusätzliche 200 Millionen Euro zugesagt – doch die Protestierenden halten dies für unzureichend.

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Die aktuelle KiBiz-Reform, die im Januar in Kraft trat, hat die Inflation nicht ausreichend berücksichtigt, sodass viele Einrichtungen finanziell am Limit sind. Sollten die jüngsten Änderungen verabschiedet werden, würden sie ab dem nächsten Jahr gelten. Die Demonstration wurde vom Trägerverbund WIR-KITAs organisiert, der zahlreiche Kita-Träger in der Region vertritt.

Der Protest spiegelt die wachsende Verärgerung unter Kita-Trägern und Familien über die ungelösten Fragen bei Finanzierung und Personal wider. Angesichts der für 2025 geplanten Umsetzung der Reformen blicken Einrichtungen wie der St.-Josef-Kindergarten Saalhausen unsicher in die Zukunft – ob sie ihre Standards halten können. Die zusätzlichen Mittel des Landes haben die Bedenken hinsichtlich der langfristigen Tragfähigkeit nicht ausräumen können.

Quelle