Halles Bürgerparlament diskutiert über Kitas und Schulen – zufällig ausgewählt, direkt demokratisch
Moritz PetersHalles Bürgerparlament diskutiert über Kitas und Schulen – zufällig ausgewählt, direkt demokratisch
Bürgerparlament in Halle: Zufällig ausgewählte Einwohner debattieren über Kitas und Schulen
Diese Woche fand in Halle ein lokales "Bürgerparlament" statt, um über die Zukunft von Kindertagesstätten und Schulen zu diskutieren. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Aktivistengruppe Neue Generation, die zufällig ausgewählte Bewohner zusammenbrachte, um die Vielfalt der Stadt widerzuspiegeln. Im Mittelpunkt stand die Forderung an den Stadtrat, die Bildung zu finanzieren, statt die Haushalte weiter zu kürzen.
An der Versammlung nahmen Menschen zwischen einem und 66 Jahren teil, die darüber berieten, wie Halle seine Schulen und Kinderbetreuung verbessern könnte. Viele plädierten dafür, Mittel aus Sonderfonds für Infrastruktur und Klimaneutralität umzuschichten – zugunsten der Bildung. Andere forderten eine bessere Zusammenarbeit zwischen städtischen Behörden und lokalen Akteuren.
Die Gruppe Neue Generation, die als Nachfolgerin der Letzten Generation gilt, konzipierte das Format als Experiment für eine direktere Demokratie. Statt auf gewählte Vertreter zu setzen, wurden die Teilnehmer per Losverfahren ausgewählt, um die Bevölkerungsstruktur Halle abzubilden. Die Ergebnisse werden nun mit Katharina Brederlow, der Bildungsdezernentin der Stadt, in einem geplanten Treffen besprochen.
Ausblick: Digitales Bürgerparlament 2026 zu Faschismus-Fragen
Für die Zukunft plant die Bewegung ihr erstes bundesweites "Offenes Bürgerparlament" – digital vom 17. bis 19. April 2026. Die Online-Veranstaltung wird sich einer grundsätzlichen Frage widmen: Wie nah sind wir dem Faschismus?
Das Halle-Event zeigte eine deutliche öffentliche Unterstützung für den Erhalt von Bildungsgeldern. In den kommenden Wochen werden die Organisatoren ihre Vorschläge der Bildungsdezernentin vorlegen. Parallel laufen die Vorbereitungen für das digitale Parlament 2026, mit dem das Modell in ganz Deutschland verbreitet werden soll.






