22 March 2026, 14:20

Dänemarks Apothekenreformen: Wie Liberalisierung den Markt revolutionierte und traditionelle Apotheken unter Druck setzt

Apothekengang mit verschiedenen Medikamenten in Regalen.

Dänemarks Apothekenreformen: Wie Liberalisierung den Markt revolutionierte und traditionelle Apotheken unter Druck setzt

Dänemarks Apothekensektor hat seit 2001 tiefgreifende Veränderungen durchlaufen, wobei Reformen die Marktliberalisierung vorantrieben – statt auf Konsolidierung zu setzen. Die Zahl der Filialen stieg von 76 auf 301, während traditionelle Apotheken zunehmend unter dem Druck neuer Verkaufsstellen und Einzelhandelskette stehen. Viele bestehende Apotheken mussten ihre Größe reduzieren, um sich an diese Entwicklungen anzupassen.

Die 2001 eingeführten Reformen zielten darauf ab, den Zugang zu Medikamenten zu erweitern, anstatt die etablierten Apotheken zu stärken. Verkaufsstellen für rezeptfreie Arzneimittel, bekannt als "håndkøbsudsalg" (wörtlich "Freiverkaufsstellen"), sowie Abholstellen für Medikamente verbreiteten sich rasant. Diese neuen Vertriebswege – zusammen mit Einzelhandelskette, die nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel anbieten – verschärften den Wettbewerb für traditionelle Apotheken.

Apotheken, die Rezepte ausgeben, benötigen seitdem keinen voll ausgebildeten Apotheker mehr vor Ort – ein pharmazeutisch-technischer Assistent reicht aus. Diese Regelung ermöglichte zwar die Eröffnung weiterer Standorte, zwang jedoch viele Apotheken, ihren Betrieb zu verkleinern. Im Schnitt verantwortet ein Filialleiter heute 3,10 Standorte, 2015 waren es noch 1,95.

Auch die Eigentumsregeln wurden verschärft: Apothekenbesitzer müssen bis zum 70. Lebensjahr arbeiten und dürfen ihr Unternehmen nur zum Buchwert übertragen – ohne Gewinnaufschlag. Zudem belastet den Sektor eine kollektive Schuldenlast von 490 Millionen dänischen Kronen (rund 66 Millionen Euro), die über 20 bis 30 Jahre abgezahlt werden muss. Folge: Die Zahl der Eigentümer sank um ein Fünftel – von 220 im Jahr 2001 auf heute 176.

Die Liberalisierung führte zwar zu mehr Apothekenfilialen, doch die Betriebe wurden kleiner und stehen unter größerem Druck. Die Besitzer müssen heute mehrere Standorte gleichzeitig managen und gleichzeitig die hohe Branchenschuld abtragen. Angesichts des wachsenden Wettbewerbs durch den Einzelhandel bleibt das traditionelle Apothekenmodell in Dänemark zwischen finanziellen und regulatorischen Zwängen gefangen – und muss sich weiter wandeln.

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