Brandenburg testet neues Modell für Apotheken-Notdienste mit längeren Dienstintervallen
Theo KönigBrandenburg testet neues Modell für Apotheken-Notdienste mit längeren Dienstintervallen
Pilotprojekt für Apotheken-Notdienste in Brandenburg gestartet
In Brandenburg ist ein neues Pilotprojekt für Apotheken-Notdienste angelaufen, das die Organisation der außerplanmäßigen Versorgung grundlegend verändert. Wie Anfang Februar 2023 bekannt gegeben wurde, sieht das Modell längere Rotationsintervalle zwischen den Diensten vor und erhöht die Vergütung für teilnehmende Apotheker. Ziel der Reform ist es, die Belastung des Personals zu verringern und gleichzeitig den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten für Patienten zu sichern.
Die Umstrukturierung war ursprünglich von der ehemaligen Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher angestoßen worden und sollte bereits am 1. Januar 2023 in Kraft treten. Nach dem neuen System übernehmen die Apotheken den Notdienst nun im 20-Tage-Rhythmus – statt wie bisher alle 13 Tage. In dieser Phase werden keine teilweisen Notdienstleistungen angeboten.
Eine Umfrage der Landesapothekerkammer (LAK) zeigte, dass die Nachfrage nach Notdienstleistungen von Apotheken besonders an Wochenenden am höchsten ist. Das bis zum 31. Dezember 2023 laufende Pilotprojekt soll eine langfristige Arzneimittelversorgung mit einer effizienteren Personaleinsatzplanung in Einklang bringen.
Peter Schmieder, Apotheker in Golzow, begrüßt die längeren Abstände zwischen den Diensten und bezeichnet die Änderung als Entlastung. Bisher musste er alle 13 Tage Notdienste leisten. Zwar zeigt er sich optimistisch, schlägt aber vor, dass eine Ansiedlung der Notdienste in Krankenhäusern das System weiter verbessern könnte.
Thomas Müller, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium (BMG), bezeichnete die neuen Vergütungssätze als "goldene Gelegenheit". Die Reform könnte die bisherigen Zahlungen für Apotheken, die Notdienste anbieten, nahezu verdoppeln.
Das Pilotprojekt läuft bis Ende 2023 und zielt darauf ab, die Notdienstversorgung in Brandenburg zu stabilisieren. Apotheker wie Schmieder haben seltener Dienst, während die höhere Vergütung die Bereitschaft zur Teilnahme fördern soll. Langfristig wird sich zeigen, wie sich die Maßnahme auf die Medikamentenversorgung und die Arbeitsbelastung des Personals auswirkt.






