Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Pumuckl und Dürer-Hasen
Theo KönigWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Pumuckl und Dürer-Hasen
Mehrere bayerische Städte ersetzen klassische Fußgängerampeln durch lokale Kultsymbole
Die Umstellung soll den regionalen Stolz unterstreichen – doch nicht alle Vorschläge stoßen auf Zustimmung. Die Behörden sind uneins, ob kreative Ampelfiguren die Verkehrssicherheit erhöhen oder eher Verwirrung bei Verkehrsteilnehmern stiften.
Der Trend zu thematischen Ampeln nahm 2020 Fahrt auf. Monheim am Rhein führte im Juni eine "Gänseliesel"-Figur ein, gefolgt von Osnabrücks "Hobbyhorse"-Reitern im Oktober. Nürnberg fügte im Februar 2026 ohne höhere Genehmigung Albrecht Dürers "Feldhase" hinzu.
In Bayern leuchten in München mittlerweile drei Ampeln mit dem "Pumuckl", während Straubing den "Bruder Straubinger" zeigt. Dachaus Signale tragen traditionelle Tracht – die Schablonen kosten rund 300 Euro plus Designgebühr. Deggendorf präsentiert eine Frau beim Kloßwerfen, und Augsburgs "Kasperl" benötigte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben.
Hofs Plan, den legendären Würstchenverkäufer "Wärschtlamo" zu ehren, scheiterte zunächst an Bedenken zur Verkehrssicherheit. Doch die Stadt setzte sich durch und darf die Figur nun aufstellen. Das bayerische Innenministerium hingegen bleibt bei standardisierten Ampeln – sie böten die klarsten Orientierungshilfen für Fußgänger.
Die Debatte um kreative Ampeln zeigt den Konflikt zwischen lokaler Identität und Verkehrssicherheitsstandards. Während einige Städte ohne formelle Freigabe handeln, müssen andere regionale Vorschriften beachten. Der Trend aber bleibt ungebrochen: Immer mehr bayerische Kommunen suchen nach Wegen, ihre Fußgängerüberwege mit eigenem Charakter zu prägen.






