03 April 2026, 02:14

Bargeld stirbt langsam – doch wer bleibt auf der Strecke?

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen zeigt, die Familien Hunderte von Dollar monatlich kosten können.

Bargeld stirbt langsam – doch wer bleibt auf der Strecke?

Bargeldzahlungen geraten zunehmend unter Druck, da immer mehr Händler auf kartengestützte Systeme umstellen. Verbraucherschützer warnen vor den Folgen der abnehmenden Bargeldakzeptanz und betonen, dass dadruch manche Kundinnen und Kunden benachteiligt werden könnten. Die Diskussion gewinnt an Fahrt, während Selbstbedienungskassen und digitale Bezahlmethoden in Deutschland immer weiter verbreitet sind.

Eine aktuelle Studie der Bundesbank ergab, dass Bargeld bei 98,7 Prozent von 2.000 Testkäufen akzeptiert wurde – allerdings mit Einschränkungen bei Behörden. Dennoch nimmt die Zahl der Kassen, die Bargeld ablehnen, zu, was bei Verbraucherorganisationen Alarm auslöst. Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), argumentiert, dass eine sinkende Bargeldakzeptanz diejenigen ausschließen könnte, die keine digitalen Zahlungsmöglichkeiten nutzen können oder wollen.

In Deutschland gibt es rund 710.000 Kassen, darunter 38.650 Selbstbedienungsterminals – eine Zahl, die sich seit 2023 mehr als verdoppelt hat. Viele dieser Automaten akzeptieren jedoch nur Karten, kein Bargeld. Zwar sind digitale Zahlungen für die meisten praktisch, doch Bargeld bietet weiterhin Vorteile: mehr Privatsphäre, Funktionsfähigkeit ohne Internet und eine bessere Kontrolle über die Ausgaben.

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Verbraucherschützer fordern nun rechtlich verbindliche Vorgaben, um einen Mindestanteil an bargeldfreundlichen Optionen zu sichern. Ausnahmen von der Bargeldpflicht müssten demnach klar definiert, begrenzt und begründet sein. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der der Bargeldanteil an Transaktionen sinkt – von 58 Prozent im Jahr 2021 auf 51 Prozent 2023, wie Daten der Bundesbank zeigen.

Der Trend zur Digitalisierung des Zahlungsverkehrs hält zwar an, doch bleiben Bedenken hinsichtlich Gerechtigkeit und Barrierefreiheit. Verbraucherorganisationen pochen auf Garantien, dass Bargeld für diejenigen erhalten bleibt, die darauf angewiesen sind. Ohne klare Regelungen könnte die schrumpfende Bargeldakzeptanz dazu führen, dass manche Kunden Schwierigkeiten haben, alltägliche Einkäufe zu bezahlen.

Quelle