03 April 2026, 04:15

AfD startet umstrittene "Messer-App" – wie Berlin mit steigender Gewalt kämpft

Polizei Berlin Abzeichen mit einem blauen Schild, weißer Umrandung, zentralem weißen Stern und schwarzer fetter Schrift auf einer Oberfläche.

AfD startet umstrittene "Messer-App" – wie Berlin mit steigender Gewalt kämpft

Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat ein Online-Tool zur Erfassung von Messerangriffen in Berlin vorgestellt. Die sogenannte "Messer-App" dokumentiert von der Polizei erfasste Vorfälle, Verletzungen und Tatorte. Die Partei wirft der regierenden Koalition vor, das Ausmaß der zunehmenden Messergewalt in der Stadt zu verschleiern.

Laut Berliner Polizeistatistik gab es 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD argumentiert, dass die offiziellen Kriminalstatistiken das wahre Problem nicht abbilden. Ihr digitaler Überblick zeigt Lücken zwischen gemeldeten Straftaten und tatsächlich eingeleiteten Verfahren auf: Viele Fälle werden wegen fehlender Beweise oder mangelnder Kooperation der Opfer eingestellt.

Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, warf der Koalition mangelnde Transparenz vor und forderte die Veröffentlichung weiterer Daten, darunter die Nationalitäten der Tatverdächtigen. Die Linke kritisierte das Projekt scharf als "Angstmache", die Hass gegen Migrantinnen und Migranten schüre.

Als Reaktion auf die Entwicklung hat die Polizei Sonderkommissariate eingerichtet und drei Waffenverbotszonen ausgewiesen. Dennoch nahm auch die Schusswaffenkriminalität zu: 2025 verzeichnete die Statistik einen Anstieg um 68 Prozent bei Straftaten mit Feuerwaffen. Gerichtsakten zeigen hohe Einstellungsquoten – etwa 86 Prozent bei häuslicher Gewalt in Brandenburg – und nur sechs Prozent der Fälle führen zu einer Anklage. Ein aktuelles Urteil zu einem Angriff am Holocaust-Mahnmal vom März 2025 ist noch nicht rechtskräftig.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mit ihrer "Messer-App" setzt die AfD die Berliner Regierung unter Druck, die Transparenz bei Kriminalitätsdaten zu erhöhen. Angesichts steigender Messerangriffe und vieler ungelöster Fälle dürfte die Debatte über öffentliche Sicherheit und Verurteilungsquoten weiter an Fahrt aufnehmen. Die neu eingerichteten Verbotszonen und Sondereinsatzkräfte sollen die Entwicklung bremsen – doch die Hürden für erfolgreiche Strafverfolgung bleiben hoch.

Quelle