Zukunft des Mercedes-Werks in Stuttgart-Untertürkheim steht auf der Kippe
Moritz PetersZukunft des Mercedes-Werks in Stuttgart-Untertürkheim steht auf der Kippe
Am Mercedes-Benz-Werk in Stuttgart-Untertürkheim haben sich die Spannungen um die Zukunft der Elektroauto-Produktion zugespitzt. Der Betriebsrat warnt, dass das langfristige Überleben des Standorts auf dem Spiel stehe, nachdem Gespräche mit der Unternehmensführung gescheitert seien. Mit 19.000 Arbeitsplätzen in der Waagschale bleibt die Auseinandersetzung über die Rolle des Werks im elektrischen Wandel des Konzerns ungelöst.
Die Konflikte verschärften sich in dieser Woche, als ein Montagsgespräch über die Fertigung von Elektroautos ergebnislos endete. Der Betriebsrat fordert, dass mindestens ein rein elektrisches Modell der Produktionslinie in Untertürkheim zugewiesen wird. Die Geschäftsführung hat sich bisher jedoch geweigert, verbindliche Zusagen zu machen.
Auch bei den Arbeitsbedingungen zeigt der Betriebsrat nun eine härtere Haltung. Ab dem 1. Juli wird er keine Überstunden in der Produktion mehr genehmigen – eine Maßnahme, die voraussichtlich den Betrieb stören wird. Diese Entscheidung ist Teil eines breiteren Drucks von Mitarbeitervertretern in den Mercedes-Werken, die einen größeren Anteil an den künftigen Arbeitsplätzen im Bereich Elektrofahrzeuge einfordern.
Mercedes-Benz plant ehrgeizig, bis 2022 zehn neue vollelektrische Modelle auf den Markt zu bringen. Doch ohne Garantien für das Stuttgarter Werk betont der Betriebsrat, dass die Zukunft des Standorts ungewiss bleibe. Die Verhandlungen zwischen beiden Seiten sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden.
Der Streit lässt das Werk in Untertürkheim in einer unsicheren Position zurück. Ohne eine Einigung könnten sich Produktionsverzögerungen und Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit verschärfen. Sowohl die Unternehmensführung als auch der Betriebsrat werden sich in der nächsten Woche wieder an den Verhandlungstisch setzen, um eine Lösung zu finden.






