08 May 2026, 06:14

Zoll deckt massive Arbeitsrechtsverstöße bei Paketdiensten wie Amazon und Hermes auf

Papier-Paketaufkleber mit der Aufschrift "Sutton & Co.'s Dispatch Line for San Francisco" für eine Klipper-Schiff.

Zoll deckt massive Arbeitsrechtsverstöße bei Paketdiensten wie Amazon und Hermes auf

Deutsche Zollbeamte haben bundesweit eine großangelegte Kontrolle bei Paketdienstleistern durchgeführt. Bei der Aktion wurden weitverbreitete Verstöße gegen Arbeitsrechte aufgedeckt, darunter unbezahlte Arbeitszeiten und illegale Beschäftigungspraktiken. Mehr als 2.900 Beamte waren an den Razzien beteiligt, die sich gegen Ausbeutung in der Logistikbranche richteten.

Im Fokus standen Subunternehmer, die für große Konzerne wie Amazon, Hermes, GLS und DPD tätig sind. Viele Fahrer, die über diese Drittfirmen beschäftigt werden, arbeiteten ohne ordnungsgemäße Verträge oder faire Bezahlung. Einige verdienten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde, da Überstunden und Ladezeiten oft nicht vergütet wurden.

In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis angetroffen. Andere Fahrer mussten hohe Mietkosten für die von ihren Arbeitgebern gestellten Fahrzeuge tragen, sodass ihnen am Ende nur wenig Nettolohn blieb. Die Kontrollen zeigten zudem, dass viele Beschäftigte ihre Arbeitsrechte oder sogar ihren offiziellen Beschäftigungsstatus nicht kannten.

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Der Zoll dokumentiert solche Verstöße in der Branche bereits seit Langem. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat nun strengere Maßnahmen gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung angekündigt. Ziel ist es, Arbeitnehmer zu schützen und gleichzeitig für korrekte Steuer- und Sozialabgaben zu sorgen.

Die Ergebnisse legen strukturelle Probleme im deutschen Liefersektor offen. Subunternehmer, auf die sich große Logistikunternehmen stützen, halten sich wiederholt nicht an Arbeitsgesetze. Die Behörden drängen nun auf eine konsequentere Durchsetzung der Vorschriften, um weitere Missstände zu verhindern.

Quelle