17 March 2026, 06:17

Wie junge Menschen ihre ländlichen Heimatorte mitgestalten und retten

Gruppe von Menschen auf einer Bühne mit Blumensträußen und Urkunden vor dem Hintergrund "Youth Solar Awards 2019".

Wie junge Menschen ihre ländlichen Heimatorte mitgestalten und retten

In ganz Deutschland stehen ländliche Gemeinden vor einer wachsenden Herausforderung: Junge Menschen ziehen weg, um woanders bessere Chancen zu finden. Um diesem Problem zu begegnen, starten lokale Behörden und Organisationen neue Projekte, die Jugendliche in die Gestaltung ihrer Heimat einbinden. Eine solche Initiative, Jugend Bewegt, hat seit 2012 bereits über 1.200 Kommunen erreicht.

Das Programm Jugend Bewegt wurde von der Stiftung Jugend Baden-Württemberg und dem Landesjugendring ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, Städten und Gemeinden zu helfen, junge Einwohner stärker in Entscheidungsprozesse einzubinden. Allein in Baden-Württemberg haben bereits über 40 Kommunen das Modell übernommen, das bis zu zwei Jahre lang Förderung und fachliche Begleitung bietet.

Auch andere Bundesländer ziehen mit ähnlichen Projekten nach: Bayern setzt auf Junge Demokratie, Nordrhein-Westfalen auf Demokratie leben! und Hessen fördert Jugenddemokratie. Allen Programmen gemeinsam ist das Ziel, jungen Menschen echte Mitspracherechte in lokalen Angelegenheiten zu geben.

Einige Städte verzeichnen bereits Erfolge. In Kulmbach lädt die Zukunftswerkstatt junge Einwohner ein, ihre Gemeinde jugendgerechter zu gestalten. In Lingen verwaltet ein Jugendparlament hingegen ein eigenes Budget und finanziert damit Projekte wie bessere Radwege und Maßnahmen zur Verkehrssicherheit.

Fachleute betonen, dass die politische Einbindung von Jugendlichen nicht nur deren Engagement stärkt, sondern auch Extremismus vorbeugen und sie davon abhalten kann, ihre Heimatregion zu verlassen.

Mit über 1.200 Kommunen, die mittlerweile an Jugendbeteiligungskonzepten teilnehmen, verbreitet sich dieser Ansatz immer weiter. Städte wie Lingen und Kulmbach zeigen, wie die Stimme junger Menschen zu spürbaren Verbesserungen führen kann. Die Hoffnung ist, dass noch mehr Gemeinden nachziehen – und so dem Niedergang ländlicher Regionen entgegenwirken.

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