27 March 2026, 14:23

Warum immer mehr Menschen der Demokratie misstrauen – und wer davon profitiert

Zeitung mit gelblichen, zerknitterten Seiten mit der ├ťberschrift "Semanario Rep├║blicano Democr├ítico Federal" und dem Wort "Diskussion" in schwarzer Tinte.

Warum immer mehr Menschen der Demokratie misstrauen – und wer davon profitiert

Warum das Vertrauen in die Demokratie schwindet: Eine neue Studie des Soziologen Aladin El-Mafaalani

In seinem neuen Buch untersucht der Soziologe Aladin El-Mafaalani, warum das Vertrauen in die Demokratie bei bestimmten Bevölkerungsgruppen erodiert. Seine Forschung unter dem Titel "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert, wie sich Menschen von staatlichen Institutionen, Gerichten, der Wissenschaft und den Medien abwenden. Die Erkenntnisse werfen auch ein Licht auf den Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen wie der deutschen AfD oder von Persönlichkeiten wie Donald Trump.

El-Mafaalani argumentiert, dass Anhänger der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) nicht plötzlich wieder Vertrauen in die Demokratie fassen würden, selbst wenn ihre Partei an die Macht käme. Stattdessen neigten misstrauische Menschen dazu, sich mit Gleichgesinnten zu verbinden und sogenannte "Gemeinschaften des Misstrauens" zu bilden. Diese Gruppen setzten oft ihr Vertrauen in Parteien, die sich offen gegen die liberale Demokratie stellten.

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Die AfD selbst entstand 2013 als euroskeptische Partei, wandelte sich aber ab 2015 hin zu einem rechtspopulistischen Kurs mit Fokus auf Migration und nationale Identität. 2017 zog sie mit 12,6 Prozent der Stimmen und 92 Sitzen in den Bundestag ein und erzielte später starke Ergebnisse bei Landtagswahlen. Mittlerweile wird die Partei in mehreren Bundesländern als rechtsextrem eingestuft – 2024 löste sie mit ihren Positionen Massenproteste aus.

Laut El-Mafaalani arbeiten populistische Strategen gezielt daran, das Vertrauen in Institutionen zu untergraben. Digitale Medien hätten es misstrauischen Menschen erleichtert, sich zu vernetzen und zu organisieren. Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins FUTURZWEI, fragt daher, wie diesem Trend entgegengewirkt werden kann.

Die Analyse des Soziologen liefert tiefere Einblicke in die Mechanismen hinter dem Rechtspopulismus und zeigt auf, wie dessen wachsender Einfluss wirksamer bekämpft werden könnte. El-Mafaalanis Forschung erklärt, wie sich Misstrauen in bestimmten Gruppen verbreitet und verfestigt – und warum es traditionellen demokratischen Institutionen so schwerfällt, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Die Ergebnisse zeichnen ein klareres Bild der Herausforderungen, die populistische Bewegungen heute darstellen.

Quelle