18 March 2026, 08:13

Vom TikTok-Hype zur Millionenkarriere: Wie die Elevator Boys mit thirst traps Erfolg erzwingen

Logo mit einem stilisierten Gesicht mit dem Text 'Fashion is for Every Body', das die Inklusivität in der Mode betont.

Verführerische TikTok-Clips: Was steckt hinter 'Thirst Traps' - Vom TikTok-Hype zur Millionenkarriere: Wie die Elevator Boys mit thirst traps Erfolg erzwingen

Eine Gruppe junger Influencer, bekannt als die Elevator Boys, hat ihren frühen TikTok-Ruhm längst hinter sich gelassen. Was mit kurzen, sexualisierten Videos begann – oft als Attentionsfalle oder im Englischen thirst trap bezeichnet – erreicht heute Millionen von Followern auf Instagram und anderen Plattformen. Ihr Aufstieg steht exemplarisch für einen größeren Trend, bei dem aufmerksamkeitsheischender Content den Online-Erfolg prägt – und wirft gleichzeitig Fragen nach den Auswirkungen auf jüngere Zielgruppen auf.

Der Begriff thirst trap setzt sich aus thirst (engl. für "Durst", hier im Sinne von "Gier nach Aufmerksamkeit") und trap ("Falle") zusammen und beschreibt gezielt platzierte, verführerische Posts. Meist handelt es sich dabei um sexualisierte Fotos oder Clips, die durch Likes und Kommentare Interaktion provozieren sollen. Der Medienexperte Rudolf Kammerl betont, dass solche Inhalte zwar Nähe suggerieren, diese Versprechen aber selten einlösen.

Für Influencer sind Attentionsfallen oft ein Mittel zum Zweck: Sie steigern die Sichtbarkeit und damit die Einnahmen, denn die Interaktionsrate entscheidet über ihre Verdienstmöglichkeiten. Die deutsche YouTuberin Annikazion gewann beispielsweise rund 30.000 neue Follower, nachdem sie nur eine Woche lang täglich solche Inhalte gepostet hatte. Doch die Strategie hat auch Schattenseiten. Während einige sie als Form der Selbstbestimmung oder als Ventil gegen Einsamkeit nutzen, kritisieren andere, dass sie veraltete Schönheitsideale zementiert.

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Die Elevator Boys – fünf Influencer zwischen 22 und 25 Jahren aus dem deutschsprachigen Raum – wurden zunächst mit Aufzug-Videos viral. Ihr Erfolg auf Instagram und bei internationalen Fans zeigt, wie thirst-trap-Content Karrieren beflügeln kann. Doch angesichts der Tatsache, dass junge Nutzer auf TikTok und Instagram regelmäßig mit solchen Inhalten konfrontiert werden, bleiben Bedenken hinsichtlich jugendfreier Angebote. Experten fordern von Social-Media-Plattformen und Eltern strengere Alterskontrollen und eine bessere Überwachung dessen, was Kinder online sehen.

Trotz der Debatten werden Attentionsfallen nur selten wegen Gefährdung junger Nutzer gelöscht. Die Plattformen stufen sie oft als zu harmlos ein, um gegen Richtlinien zu verstoßen – die Verantwortung, den Konsum einzuschränken, liegt damit bei den Erziehungsberechtigten.

Der Erfolg der Elevator Boys unterstreicht, wie thirst traps zu einem etablierten Marketinginstrument für Influencer geworden sind. Mit Millionen von täglichen Interaktionen reicht ihre Wirkung längst über die ursprüngliche Zielgruppe hinaus. Gleichzeitig mehren sich die Forderungen nach besseren Schutzmechanismen, da junge Nutzer weiterhin Inhalten ausgesetzt sind, die die Grenze zwischen Unterhaltung und Ausbeutung verwischen.

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