Vier Städte testen barrierefreie Gehwege für Baden-Württembergs Zukunft
Emma KrausVier Städte testen barrierefreie Gehwege für Baden-Württembergs Zukunft
Vier Städte in Baden-Württemberg haben ein einjähriges Projekt gestartet, um die Infrastruktur für Fußgänger zu verbessern. Balingen, Heilbronn, Pforzheim und Stuttgart dienen als Modellkommunen im Rahmen der Landesinitiative "Freie Gehwege – Mehr Raum fürs Zu-Fuß-Gehen". Das Vorhaben zielt darauf ab, Hindernisse zu beseitigen und das Laufen bis 2030 zu einer attraktiveren Option für kurze Strecken zu machen.
Geleitet wird das Projekt von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) im Auftrag des Verkehrsministeriums. Fachliche Unterstützung kommt von der Bernard Gruppe und VIA. In den kommenden zwölf Monaten werden die Städte den Zustand der Gehwege bewerten, Mängel digital dokumentieren und in Workshops mit lokalen Akteuren Lösungen erarbeiten.
Im Fokus stehen vor allem Mülltonnen, Verkehrsschilder und parkende Autos, die Gehwege blockieren. Auch Versorgungsboxen, Parkuhren und Werbedisplays verengen den Raum für Fußgänger und schaffen Engpässe. Verkehrsminister Winfried Hermann betonte, wie wichtig freie Wege für Spaziergänger, Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer seien.
Die Ergebnisse werden bis Anfang 2027 ausgewertet und in einen praxisnahen Leitfaden überführt. Dieser soll anderen Kommunen in Baden-Württemberg als Hilfe dienen, ihre Fußgängerinfrastruktur zu optimieren. Die Initiative ist Teil der landesweiten "Fußverkehrsstrategie", die das Zu-Fuß-Gehen bis zum nächsten Jahrzehnt zur bevorzugten Wahl für kurze Wege machen will.
Das Pilotprojekt läuft bis Ende 2025, die Erkenntnisse fließen in ein landesweites Handbuch ein. Künftig muss die Stadtplanung in Baden-Württemberg Fußgängerflächen Priorität einräumen, um überfüllte Gehwege zu vermeiden. Die vier Städte testen zunächst neue Ansätze, bevor die Empfehlungen flächendeckend umgesetzt werden.






