Ulms Schulden explodieren auf Rekordniveau – trotz Steuerboom bleibt die Stadt pleite
Moritz PetersUlms Schulden explodieren auf Rekordniveau – trotz Steuerboom bleibt die Stadt pleite
Ulms Schuldenberg steigt auf 129 Millionen Euro – der höchste Stand seit 2007 und der stärkste jährliche Anstieg der Kreditaufnahme seit 1993. Trotz eines Steuermehreinnahmen von 25 Millionen Euro bleibt die Haushaltslage der Stadt angespannt, da steigende Kosten nahezu das gesamte zusätzliche Einkommen auffressen.
Ein deutlicher Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen trieb die Steuererträge Ulms für 2025 auf rund 192 Millionen Euro in die Höhe. Doch ein Großteil dieses unerwarteten Zuwachses wird in den kommenden Jahren über den kommunalen Finanzausgleich wieder abgeführt werden.
Unvorhergesehene Ausgaben und Notfälle belasteten die Stadtkasse allein mit etwa 12,6 Millionen Euro. Die stark gestiegene Nachfrage nach Sozialleistungen, Integrationsangeboten und Jugendhilfe zehrte zusätzlich am Haushalt. Auch Abschreibungen verschärften die finanzielle Belastung.
In der Folge sank die Liquidität Ulms weiter, während die Schulden 2025 voraussichtlich um rund 31 Millionen Euro wachsen werden. Ein weiteres Jahr lang werden keine Mittel für die Rücklage zur Sanierung und Modernisierung der Stadt zurückgelegt.
Die zusätzlichen Steuereinnahmen bringen kaum Entlastung für Ulms prekäre Haushaltslage. Da die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, sieht sich die Stadt weiterhin bei langfristigen Investitionen eingeschränkt. Eine kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht, da der finanzielle Druck anhält.






