Transparenz in der Kommunalpolitik: SG Zukunft fordert strengere Regeln für geheime Ratssitzungen
Moritz FischerTransparenz in der Kommunalpolitik: SG Zukunft fordert strengere Regeln für geheime Ratssitzungen
Forderung nach mehr Transparenz in der Kommunalpolitik gewinnt an Fahrt
Die Initiative für mehr Transparenz in der lokalen Politik erhält zunehmend Unterstützung. Die Parlamentsgruppe SG Zukunft fordert strengere Regeln für nicht-öffentliche Sitzungen des Rates. Anlass ist die Sorge, dass vage Begründungen genutzt werden, um die öffentliche Kontrolle über Entscheidungsprozesse einzuschränken.
Nach der aktuellen Regelung ermöglicht Paragraf 7 der Geschäftsordnung des Rates nicht-öffentliche Sitzungen in Ausnahmefällen. Doch nach Ansicht von SG Zukunft haben sich schwammige oder standardisierte Begründungen mittlerweile eingebürgert. Der Fraktionsvorsitzende Jan Höttges kritisierte diese Praxis scharf: Sie behindere die Transparenz und untergrabe das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in politische Entscheidungen.
Die Gruppe pocht nun auf eine verbindliche Vorgabe: Jeder Tagesordnungspunkt, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten wird, muss eine schriftliche Begründung enthalten. Ist diese unzureichend – oder gibt es keine rechtlichen Hürden –, soll der Punkt automatisch in den öffentlichen Teil der Sitzung verlegt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass Vertraulichkeit nur dann greift, wenn sie unbedingt notwendig ist.
SG Zukunft warnt zudem, dass unzureichende Begründungen gegen Verfahrensregeln verstoßen könnten. Solche Mängel erschwerten es Ratsmitgliedern, Entscheidungen angemessen zu prüfen. Die Gruppe betont, dass Offenheit der Regelfall – und nicht die Ausnahme – in der Kommunalpolitik sein müsse.
Die vorgeschlagenen Änderungen würden die Voraussetzungen für nicht-öffentliche Beratungen verschärfen. Fehlt eine klare, fallbezogene Begründung, müssten die Diskussionen öffentlich stattfinden. Ziel ist es, durch eine wirklich begründete Geheimhaltung das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen.






