Kalter Winter hilft Th├╝ringens Bienen - Sorgen bleiben - Thüringer Imker zwischen Hoffnung und Risiko nach hartem Winter
Thüringer Imker blicken auf einen durchwachsenen Jahresstart
Ein kalter, schneereicher Winter hat den Bienen in Thüringen eine Verschnaufpause verschafft: Die stabilen Minusgrade reduzierten den Stress durch Temperaturschwankungen. Zwar blieben die Völkerverluste über den Winter gering, doch der frühe Frühling bringt neue Risiken für die Insekten und ihre Halter mit sich.
Die frostigen Bedingungen in diesem Winter ermöglichten den Bienen eine ungestörte Winterruhe. Anders als in milden Wintern, in denen wechselnde Temperaturen die Tiere immer wieder zum Anpassen zwingen, half die gleichbleibende Kälte ihnen, Energie zu sparen. Folglich verzeichneten Thüringens Imker keine nennenswerten Völkerverluste über die Saison.
Doch der frühe Frühling stellt die Bienenhalter vor Herausforderungen. Zwar bieten Pflanzen wie die Palmweide wichtigen Pollen für die junge Brut, ein plötzlicher Spätfrost könnte jedoch starke Völker bedrohen, die bereits mit dem Aufbau begonnen haben. Die Imker in der Region – meist Hobbyhalter – beobachten die Entwicklung genau. Rund 3.000 von ihnen sind beim Landesverband registriert, die tatsächliche Zahl dürfte aber deutlich höher liegen. Nur etwa 10 bis 15 betreiben die Imkerei hauptberuflich, da billiger Import-Honig den Berufsstand erschwert.
Eine anhaltende Gefahr bleibt zudem die Varroa-Milbe, die Larven schwächt und Krankheiten überträgt. Zuchtprogramme laufen, um bienenresistente Honigbienen gegen den Parasiten zu entwickeln. Dennoch bleibt ihr Einfluss ein Risiko für die Gesundheit der Völker.
Daten zu Frostschäden an Obstbaumblüten im Jahr 2023 und deren Auswirkungen auf die Bienenbestände liegen für Thüringen nicht vor. Vergleiche mit anderen Bundesländern bleiben unklar.
Die Imker in Thüringen gehen mit vorsichtigem Optimismus in die neue Saison. Der stabile Winter schützte die Völker, und frühe Pollenquellen fördern das Wachstum. Doch die Gefahren durch Spätfröste und die Varroa-Milbe erfordern auch in den kommenden Monaten erhöhte Aufmerksamkeit.