Stuttgart 21 öffnet an Ostern seine Tore – doch die Fertigstellung bleibt ungewiss
Moritz FischerStuttgart 21 öffnet an Ostern seine Tore – doch die Fertigstellung bleibt ungewiss
Stuttgart 21: Seltene Einblicke in den Bahn-Koloss an Ostern – doch die Fertigstellung rückt in weite Ferne
An diesem Osterwochenende gewährt das lang ersehnte Bahnprojekt Stuttgart 21 der Öffentlichkeit einen seltenen Blick hinter die Kulissen. Vom Karsamstag bis Ostermontag öffnet die Baustelle ihre Tore – der Zutritt ist jedoch nur mit kostenlosen, zeitlich gebuchten Tickets möglich. Währenddessen häufen sich weiter Verzögerungen: Die teilweise Inbetriebnahme des Bahnhofs wurde mittlerweile auf frühestens 2026 verschoben – ein späterer Termin ist nicht ausgeschlossen.
Die öffentlichen Führungen finden täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr statt und führen Besucher durch zentrale Bereiche des neuen unterirdischen Bahnhofs. Von einem Dachsteg aus lassen sich die markanten "Lichtaugen" – große, oberlichtartige Öffnungen – sowie die weitläufige Hauptallee darunter besichtigen. Bis zu 78.000 Menschen werden an den drei Tagen erwartet; die Tickets müssen jedoch vorab über die Projektgesellschaft Stuttgart–Ulm reserviert werden.
Ein weiterer Höhepunkt ist das historische Bonatz-Bau, das künftig Geschäfte, Restaurants und ein Hotel beherbergen soll. Seine Fassadengestaltung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das Gebäude steht symbolisch für die Verbindung moderner Infrastruktur mit bewahrtem Kulturerbe, die das Projekt prägt.
Ursprünglich als 16-Jahres-Projekt angelegt, begannen die Hauptarbeiten 2010 mit einer geplanten Fertigstellung bis Ende 2026. Doch aus dem Zeitplan wurde längst ein Mindestszenario von 19 Jahren – Insider rechnen mittlerweile mit 2029 oder sogar 2030 als realistischem Endtermin. Kernstück des Vorhabens ist der unterirdische Durchgangsbahnhof, der den alten Kopfbahnhof ersetzt und die Schienenanbindungen verbessern soll.
Auch die Kosten explodierten längst über alle frühen Schätzungen hinaus. Prognosen aus den 1990er-Jahren, etwa 51 Millionen Euro für Bauelemente wie die Flughafenanbindung, wirken heute naiv. Seit 2017 warnt die Deutsche Bahn wiederholt vor Milliarden-Nachschlägen, die das Projekt zusätzlich belasten.
Die Osterführungen bieten die Gelegenheit, den Fortschritt von Stuttgart 21 hautnah zu erleben – doch wann das Mammutprojekt wirklich fertig wird, bleibt ungewiss. Offiziell peilt man weiterhin eine Teileröffnung Mitte 2026 an, doch weitere Verzögerungen könnten die vollständige Inbetriebnahme auf 2029 oder später verschieben. Die anhaltenden Zeit- und Kostenüberschreitungen prägen weiterhin die Zukunft des Projekts – und damit die des Stuttgarter Verkehrsnetzes.






