Stuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten explodieren auf über 11 Milliarden Euro
Moritz FischerStuttgart 21: Fertigstellung erst 2031 – Kosten explodieren auf über 11 Milliarden Euro
Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 verschiebt sich auf das Jahr 2031 – frühere Zeitpläne wurden damit aufgegeben. Das Projekt, das als erstes vollständig digitalisiertes Großbahnsystem Deutschlands konzipiert wurde, leidet unter immer neuen Verzögerungen und explodierenden Kosten.
Baufehler haben den Zeitplan durcheinandergebracht: Über 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen wurden fehlerhaft verlegt, nachdem die Arbeiten begonnen hatten, noch bevor die endgültigen technischen Pläne vorlagen. Ein Großteil dieser Infrastruktur muss nun ausgetauscht werden.
Mängel bei der Notstromversorgung sowie Defekte an Bahnsteigen und Bodenbelägen machen eine Teilinbetriebnahme im Jahr 2026 unmöglich. Die Stadt Stuttgart hat bereits Millionen an Vertragsstrafen an die Deutsche Bahn gezahlt, weil der ursprüngliche Termin für 2019 nicht eingehalten wurde.
Das Budget des Projekts ist auf über 11 Milliarden Euro angewachsen, wobei mindestens 726 Millionen Euro aus EU-Fördermitteln stammen. Trotz des Digitalisierungsfokus werden Güterzüge ohne ETCS-Ausstattung weiterhin äußere Abschnitte des Knotens nutzen, sodass ältere Signalanlagen erhalten bleiben müssen. Auch die Pläne der Stadt, 109 Hektar Bahnflächen in neue Wohn- und Stadtgebiete umzuwandeln, verzögern sich durch die anhaltenden Probleme.
Stuttgart 21 wird nun frühestens 2031 voll funktionsfähig sein. Die wiederholten Verzögerungen haben die Kosten in die Höhe getrieben und die städtischen Entwicklungsprojekte aus dem Takt gebracht. Die digitalen Ambitionen der Bahn bleiben zwar bestehen, doch aus Kompatibilitätsgründen werden ältere Systeme vorerst parallel weiterbetrieben.






