Spritpreise in Deutschland explodieren – Regierung sucht nach Lösungen gegen die Kostenlawine
Moritz PetersSpritpreise in Deutschland explodieren – Regierung sucht nach Lösungen gegen die Kostenlawine
Spritpreise in Deutschland steigen weiter – und setzen Autofahrer und Regierung unter Druck
Finanzminister Lars Klingbeil betont, der Staat profitiere nicht von den hohen Kosten, während Wirtschaftsministerin Katerina Reiche vor möglichen Engpässen Ende April warnt – falls sich der Nahostkonflikt weiter zuspitzt. Die Bundesregierung hat nun erste Maßnahmen ergriffen, um den Preisanstieg einzudämmen.
Deutschland zählt seit Langem zu den Ländern mit den höchsten Spritpreisen in der EU. 2024 lag der Durchschnittspreis für Superbenzin bei 179,4 Cent pro Liter, wobei Steuern etwa die Hälfte des Preises ausmachten. Doch schon vor dem jüngsten Preisschub durch die Iran-Krise waren die Kosten 2025 hoch: Super E10 kostete 168,8 Cent, Diesel 161,1 Cent. Hohe Energiesteuern und der CO₂-Preis treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe – und heben Deutschland damit deutlich von vielen EU-Nachbarn ab.
Die Mineralölindustrie wehrt sich gegen Vorwürfe der Preistreiberei. Der Branchenverband en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. veröffentlichte einen "Realitätscheck zu den Spritpreisen" und argumentiert, dass nicht nur der Rohölpreis, sondern globale Produktmärkte die Kosten bestimmen. Zudem macht der Verband die Kriegsereignisse im Iran für Lieferengpässe verantwortlich. Gleichzeitig kontrollieren über 70 Prozent der deutschen Raffineriekapazitäten Unternehmen, die keine eigenen Tankstellennetze betreiben – was die Preiskontrolle zusätzlich erschwert.
Angesichts der weiter steigenden Preise handelt die Regierung nun. Entlastungsmaßnahmen sind in Vorbereitung, konkrete Details stehen jedoch noch aus. Die Warnung von Ministerin Reiche vor möglichen Versorgungsengpässen unterstreicht die Dringlichkeit – doch von einer Deeskalation im Nahen Osten ist bisher nichts zu erkennen.
Die Reaktion der Regierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Autofahrer mit unerbittlichen Preiserhöhungen konfrontiert sind. Steuern und Abgaben machen bereits etwa zwei Drittel der Benzinkosten und mehr als die Hälfte des Dieselpreises aus. Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärfen, könnten bis Ende April weitere Lieferstörungen – oder sogar Engpässe – drohen.






