Reichstag vor historischer Digital-Sanierung: 3.800 Kilometer Kabel werden ersetzt
Moritz FischerReichstag vor historischer Digital-Sanierung: 3.800 Kilometer Kabel werden ersetzt
Umfassende Sanierung für den Berliner Reichstag: Historisches Digital-Sicherheitsprojekt steht bevor
Der Berliner Reichstag wird in den kommenden Jahren eine grundlegende Modernisierung durchlaufen – Teil eines weitreichenden Programms zur Stärkung der digitalen Sicherheit. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner kündigte die Pläne an und bezeichnete das Vorhaben als "monumentale Anstrengung" zum Schutz vor Cyberbedrohungen. Die Umbaumaßnahmen werden sich über mehrere Jahre erstrecken und den Austausch veralteter Infrastruktur in großem Stil umfassen.
Das Ausmaß der Arbeiten ist beeindruckend: Rund 3.800 Kilometer Kupferkabel – eine Strecke, die der Länge aller deutschen Grenzen entspricht – werden entfernt und ersetzt. Daneben werden 300 Kilometer Glasfaserkabel, 300 Datenverteilereinheiten und Hunderte von Servern auf den neuesten Stand gebracht. Das Projekt trägt den Namen "3-S-Strategie" und konzentriert sich auf drei zentrale Bereiche: Sicherheit, Souveränität und Serviceorientierung.
Ziel ist es, die IT-Abwehr zu stärken, die Abhängigkeit von externen Anbietern zu verringern und die Hoheit über die Daten fest in der Hand des Parlaments zu halten. Zwar können Nutzer weiterhin ihre bevorzugten Systeme wählen, doch der digitale Zugriff wird künftig stärker eingeschränkt. Zudem sind gesetzliche Anpassungen in Planung, darunter eine Aktualisierung des Bundestagspolizeigesetzes noch in diesem Jahr. Diese sollen den Austausch von Daten mit Nachrichtendiensten ermöglichen, um Besucher auf mögliche Risiken zu überprüfen.
Klöckner drängt auf eine zügige Verabschiedung der Digitalstrategie in der Hoffnung, dass die Bauarbeiten noch vor dem Sommer beginnen können. Das Projekt zählt zu den größten Infrastrukturmodernisierungen in der Geschichte des Reichstags und wird sich über Jahre hinziehen.
Die Sanierung wird die digitale Infrastruktur des Reichstags grundlegend erneuern – eine Gratwanderung zwischen Sicherheitserfordernissen und Nutzerflexibilität. Neue rechtliche Regelungen sollen die Gefahrenabwehr unterstützen, während die umfangreichen Aufrüstungen die Systeme des Gebäudes zukunftssicher machen sollen. Der Erfolg des Vorhabens hängt von einer schnellen Genehmigung und einer gut koordinierten Umsetzung in den kommenden Jahren ab.






