25 June 2026, 04:14

RAW-Gelände in Berlin: Kulturschatz zwischen Räumung und Rettung

Protest auf dem Ku'damm für den Erhalt der RAW-Gelände

RAW-Gelände in Berlin: Kulturschatz zwischen Räumung und Rettung

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel

Das historische RAW-Gelände in Berlin, einst ein Standort der Reichsbahn für Zugwartung, ist heute in seiner Existenz bedroht. Nach dem Mauerfall verlassen, entwickelte sich das Areal zu einem lebendigen kulturellen Zentrum. Heute beherbergt es Clubs, Bars, Konzertlocations und Märkte – ein Anziehungspunkt für Berliner:innen und Touristen gleichermaßen.

Mit der Zeit zogen in die teilweise verfallenen Hallen zahlreiche Bars, Clubs und Vereine ein. Heute gehören dazu der Club Cassiopeia, ein Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhäuser sowie saisonale Märkte wie der Weihnachts- und Flohmarkt. Durch seine Beliebtheit wurde das RAW-Gelände zu einem festen Bestandteil des Berliner Nachtlebens und der Kulturszene.

Doch nun gibt es Streit zwischen der Kurth-Gruppe, dem Senat und dem Bezirk über die Zukunft des Geländes. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen, und ob die historischen Hallen erhalten bleiben. Bereits im Januar beantragte die Kurth-Gruppe ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren, um mit dem Wohnungsbau zu beginnen.

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Mitte Mai legten Senat und Bezirk einen Rahmenvertrag vor, um die Probleme zu lösen. Die Kurth-Gruppe lehnte den Vorschlag jedoch ab. Mieter:innen, darunter der Club Cassiopeia, erhielten daraufhin Räumungsaufforderungen – teilweise mit sehr kurzen Fristen. Cassiopeia könnte bereits nächste Woche zwangsgeräumt werden, andere Einrichtungen könnten folgen.

Unterstützer:innen gehen gegen die Räumungen auf die Straße. Bei einer Demonstration am Kurfürstendamm skandierten sie „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ und zeigten damit die breite öffentliche Solidarität mit den Mieter:innen.

Das RAW-Gelände bleibt ein kultureller Hotspot, doch seine Zukunft ist ungewiss. Der Streit zwischen Behörden und Investoren gefährdet die Existenz der Clubs und Veranstaltungsorte. Die ersten Räumungen sollen bereits in den kommenden Tagen vollstreckt werden.

Quelle