Pflegeversicherung vor dem Kollaps: 22 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2026
Moritz PetersPflegeversicherung vor dem Kollaps: 22 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2026
Deutschlands Pflegeversicherung steuert auf eine immer tiefere Finanzkrise zu. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat Pläne für Beitragserhöhungen angekündigt und warnt, dass das Defizit des Systems innerhalb von zwei Jahren mehr als 22 Milliarden Euro erreichen könnte. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund jahrelang gestiegener Ausgaben, die die Einnahmen übersteigen.
Das aktuelle System finanziert die Pflege über Lohnabzüge, wobei Arbeitnehmer mit einem Bruttomonatseinkommen von bis zu 5.812 Euro einen festgelegten Prozentsatz zahlen. Warken kritisiert den „katastrophalen Zustand“ der Versicherung und macht dafür jahrelange Leistungsausweitungen unter Vorgängerregierungen verantwortlich. Diese Änderungen hätten die finanzielle Belastung verschärft, so die Ministerin.
Warken plant, höhere Einkommensbezieher stärker an den Kosten zu beteiligen, während das bestehende fünfstufige Pflegegradsystem beibehalten werden soll. Eine Reduzierung der Pflegegrade – die in den vergangenen Jahren von drei auf fünf erhöht wurden – schloss sie aus. Bis Mitte Mai will die Ministerin Reformvorschläge und Einsparungen vorlegen, um das System zu stabilisieren und weitere Beitragserhöhungen zu vermeiden.
Ziel der Reformen ist es, ein prognostiziertes Defizit von 22 Milliarden Euro in den nächsten zwei Jahren zu bewältigen. Höherverdienende werden voraussichtlich höhere Abgaben leisten müssen, wobei die genauen Änderungen noch diskutiert werden. Warkens konkrete Vorschläge sollen in den kommenden Wochen ausgearbeitet und präsentiert werden.






