07 June 2026, 06:14

Organspenden in Deutschland steigen 2026 um 12 Prozent – doch die Wartelisten bleiben lang

Berliner haben bisher dieses Jahr mehr Organe gespendet

Organspenden in Deutschland steigen 2026 um 12 Prozent – doch die Wartelisten bleiben lang

Organspenden in Deutschland steigen 2026 deutlich an

In den ersten Monaten des Jahres 2026 sind die Organspenden in Deutschland spürbar gestiegen. Bis Ende Mai erhöhte sich die Zahl der gespendeten Organe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 12 Prozent. Der Anstieg fällt in eine Phase, in der Politiker über grundlegende Reformen des Spendesystems diskutieren.

Laut bundesweiten Zahlen wurden bis Mai 2026 insgesamt 1.405 Organe gespendet – 2025 waren es im gleichen Zeitraum 1.253. Trotz dieses Zuwachses bleibt die Nachfrage hoch: Allein im vergangenen Jahr warteten über 8.200 Menschen auf ein Spenderorgan, doch nur 3.150 Patientinnen und Patienten erhielten die dringend benötigte Transplantation.

Besonders stark war der Anstieg in Berlin. In der Hauptstadt wurden von Januar bis Mai 2026 insgesamt 73 Spenderorgane gemeldet – fast doppelt so viele wie in den ersten fünf Monaten des Vorjahres (39). In diesem Zeitraum fanden rund 140 Transplantationen statt. Dennoch harren weiterhin über 400 Berliner auf ein lebensrettendes Organ.

Eine Gruppe von Abgeordneten verschiedener Parteien fordert nun eine Gesetzesänderung. Ihr Vorschlag sieht vor, bis 2030 ein Widerspruchslösungssystem einzuführen: Demnach würden alle Erwachsenen automatisch als Organspender gelten, sofern sie nicht aktiv widersprechen.

Der Anstieg um 12 Prozent ist ein ermutigendes Zeichen, doch die Wartelisten bleiben lang. Sollte die Reform zur Widerspruchslösung beschlossen werden, könnte Deutschland in den kommenden Jahren noch mehr Spenderorgane zur Verfügung haben. Zudem würde die Neuregelung Angehörige entlasten, die in Notfällen oft schwierige Entscheidungen treffen müssen.

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