Nouripour kritisiert Deutschlands passive Iran-Politik als gefährliches Risiko
Moritz PetersNouripour kritisiert Deutschlands passive Iran-Politik als gefährliches Risiko
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und außenpolitischer Experte der Grünen, hat die aktuelle Iran-Politik Deutschlands scharf kritisiert. Er wirft der Regierung vor, zu passiv zu agieren und sich damit begnügen zu müssen, auf Ereignisse zu reagieren, statt sie aktiv mitzugestalten.
Besonders problematisch sei die eskalierende Lage in der Straße von Hormus, wo der Iran nach Berichten gezielt zivile Frachtschiffe angegriffen habe. Nouripour bezeichnete die Situation als „völlig inakzeptabel“ und warnte vor schweren Risiken für die internationale Schifffahrt und die regionale Stabilität.
Seine Kritik richtet sich auch gegen Außenminister Johann Wadephul (CDU), dem er vorwirft, keine klaren Schritte einzuleiten. Nouripour fordert, dass Deutschland – und Europa insgesamt – eigene Vorschläge in die Verhandlungen einbringen müsse, anstatt auf Initiativen anderer zu warten.
Zudem sieht er den Iran derzeit in einer stärkeren Verhandlungsposition. Um keine Zugeständnisse machen zu müssen, schlägt Nouripour vor, die Gespräche neu auszurichten – selbst der Begriff „Waffenruhe“ solle vermieden werden, da er eine Rückkehr zu offener Konfrontation implizieren könnte.
Nouripours Äußerungen unterstreichen den Appell an eine aktivere deutsche Iran-Politik. Ohne entschlossenere Initiativen, so seine Warnung, drohe das Land in den diplomatischen Bemühungen weiter zurückzufallen. Seine Bedenken spiegeln dabei die wachsenden Sorgen um Sicherheit und Handel in einer der wichtigsten globalen Schifffahrtsrouten wider.






